Ausgliederung der Energiesparte: Leichtes Aufatmen bei Siemens-Mitarbeitern

Nach Verhandlungen mit Betriebsräten und der IG Metall streicht Siemens nun doch etwas weniger Stellen in Deutschland als geplant. Das Unternehmen will seine Energiesparte »Powerhouse« nächstes Jahr an die Börse bringen.

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Siemens will vor der Ausgliederung seiner Energiesparte etwas weniger Stellen abbauen als ursprünglich geplant. Statt der im Juni angekündigten 1.400 Jobs sollen in Deutschland noch 1.100 Arbeitsplätze gestrichen werden, wie ein Unternehmenssprecher am Mittwoch sagte. Betriebsbedingte Kündigungen soll es nicht geben. In Erlangen, dem am stärksten betroffenen Standort, sollen 450 Stellen wegfallen, nicht wie bisher angekündigt 600. Im Schaltwerk Berlin ändert sich die Zahl von 470 auf 410, daneben sind noch mehrere andere Standorte betroffen. Das ist das Ergebnis der Verhandlungen mit Betriebsräten und IG Metall.

Siemens will im nächsten Jahr die Energiesparte - intern »Powerhouse« genannt - an die Börse bringen. Das neue Unternehmen mit voraussichtlich weltweit knapp 90.000 Mitarbeitern soll sowohl konventionelle Kraftwerke als auch Ökostrom-Anlagen verkaufen, außerdem Schaltanlagen, Netzübertragungstechnik, Transformatoren und andere Dinge, die im Energiegeschäft vonnöten sind. Zudem soll das neue Unternehmen die bislang von Siemens gehaltene Mehrheit an dem Windradhersteller Siemens Gamesa übernehmen. Dem aktuellen Stellenabbau war bereits eine erste Runde mit weltweit mehreren tausend Stellenstreichungen vorangegangen.

»Wir haben das Ziel, einvernehmliche Lösungen zu erzielen«, betonte der Siemens-Sprecher. Dabei komme eine ganze Palette von Möglichkeiten wie Weiterbildung, Versetzung, Vorruhestands- und Altersteilzeitmodelle sowie Abfindungszahlungen zum Tragen.