Anhebung der Zölle verschoben: USA und China zeigen guten Willen

Noch vor der neuen Verhandlungsrunde im Oktober haben China und die USA erstmals Versöhnungsbereitschaft signalisiert. Die US-Seite verschiebt geplante Strafzölle nun um zwei Wochen.

Festgefahrener Handelskonflikt

Die Unterhändler aus China und den USA sollen sich noch im September in Washington treffen, im Oktober soll es dann eine Verhandlungsrunde auf Ministerebene geben.

Trump hatte den jüngsten Schritt der Chinesen begrüßt und von einer respektvollen Geste gesprochen. »Sie haben das Richtige getan«, sagte er am Mittwochnachmittag (Ortszeit) im Weißen Haus. »Es war eine Geste.« Stunden später folgte dann sein Tweet.

Erst Ende August hatte sich der Handelskonflikt nochmals zugespitzt: Nachdem Chinas Regierung neue Strafzölle auf US-Einfuhren verkündet hatte, holte Trump zum Gegenschlag aus und kündigte an, sämtliche Strafzölle auf China-Importe um jeweils fünf Prozentpunkte anzuheben.

Nach den Strafzöllen auf China-Importe im Umfang von 250 Milliarden Dollar hatten die USA am 1. September Sonderzölle von 15 Prozent auf weitere chinesische Einfuhren im Wert von mehr als 100 Milliarden Dollar verhängt. Erstmals seit Beginn des Handelskonfliktes waren dabei auch Konsumgüter von den Importgebühren betroffen - darunter etwa Fernseher, Bücher, Windeln, Turnschuhe und viele anderen Waren. Die Zölle dürften nach Ansicht von Experten mittelfristig zu Preiserhöhungen für US-Verbraucher führen.

Am 15. Dezember sollen schließlich Strafzölle von ebenfalls 15 Prozent auf weitere Konsumgüter aus China im Wert von rund 160 Milliarden US-Dollar in Kraft treten. Dann werden auch Produkte wie Smartphones, Laptops und Kleidung erfasst sein. Trump ließ diese letzte Tranche verschieben, um das Weihnachtsgeschäft nicht zu belasten. Wenn auch diese in Kraft treten, wird es von da an auf fast alle Warenimporte aus China Strafzölle geben.

Auslöser des Handelskonflikts war Trumps Verärgerung darüber, dass China weit mehr in die USA exportiert als umgekehrt. Er fordert eine Beseitigung von Marktschranken, kritisiert die Verletzung von Urheberrechten und den zwangsweisen Technologietransfer bei in China tätigen US-Unternehmen sowie staatliche Subventionen.

Übersicht