Software von Lizengo, Lizenzfuchs, Edeka & Co unter der Lupe: Softwareschnäppchen: Zu schön, um wahr zu sein

Bei Software ist Geiz nicht etwa geil, sondern fahrlässig. Kunden können auf Betrug hereinfallen oder kaufen Keys ohne Nutzungsrechte. Was seriöse Händler und Distributoren schon lange bemängeln, bestätigen CRN-Testkäufe: Softwarekauf, nicht nur zwischen Kraut und Rüben bei Edeka, birgt ein erhebliches Risiko. CRN sagt, warum.

Volumenlizenzen verschwiegen

»Unser Anspruch ist es, dass bei uns gekaufte Lizenzen jeden Audit bestehen.« Boris Vöge, Geschäftsfrührer Li-x und Preo Software

Anders als Daniel nämlich im Video betont, verkauft Lizengo sehr wohl Microsoft-Produkte aus Volumenlizenzen, und zwar sowohl in seinem dezidierten B2B-Shop als auch auf seiner Firmen-Webseite, die wohl vor allem Privatpersonen ansprechen soll. Das lässt sich allein schon daran ablesen, dass das in beiden Shopbereichen von Lizengo angebotene Office 2019 Professional Plus als Einzelplatzversion gar nicht erhältlich ist, sondern ausschließlich als Volumenlizenz. Zudem steht auf den Rechnungen der CRN-Testkäufe bei vielen Server-Editionen der Zusatz »Volumen«.

Auch die auf der Webseite zu findende Behauptung »Bei uns erwerben Sie absolut legal originale Produktschlüssel, die direkt beim Hersteller aktiviert werden können. Dabei setzen wir auf die 1 Produktschlüssel - 1 Kunde Philosophie. Dies schützt Sie bereits ab dem Kauf vor Problemen und Unannehmlichkeiten«, deckt sich nicht ganz mit den tatsächlich gelieferten Produkten. Wir erhielten in einer ersten und späteren Bestellung identische Produktschlüssel über jeweils gleiche Produkte wie zum Beispiel »Windows Server 2016 Standard MAK Volumen 16 Core«. MAK steht für »Multiple Activation Key«, ein gängiges Verfahren bei Volumenlizenzen. Mit einer speziellen Software kann man die Zahl der bereits aktivierten Clients aus einer solchen Volumenlizenz abfragen. Unser Produkt Windows Server 2016 Standard MAK Volumen 16 Core mit dem uns von Lizengo zugestellten Produktschlüssel wurde demnach bereits 44 Mal aktiviert (Stand 30. Juli 2019).

Eigentlich sind solche MAKs nicht für den Einzelverkauf gedacht. Das führt zu weiteren Fragen und kann für den Käufer, gerade im Unternehmenseinsatz, zum Problem werden. So kann beispielsweise nicht nachvollzogen werden, ob das zugehörige Volumen bereits ausgeschöpft und der Key vielleicht zu oft verkauft und aktiviert wurde. Immer wieder sperrt Microsoft deshalb entsprechende MAKs. Dann muss der Nutzer zusehen, wie er seine Software wieder in Gang bekommt. Laut Kundenberichten sendet Lizengo in so einem Fall üblicherweise einfach einen neuen MAK.

Kommentare (7) Alle Kommentare

Antwort von lizenzstinktier , 14:16 Uhr

Guter Artikel der das Geschätsmodell gut beschreibt. Ihr habt mich als Leser dazugewonnen. Besser recherchiert als bei Heise.

Wer denkt er erhält bei Lizengo, Lizenzfuchs, Tornadosoft usw. legale Lizenzen, der irrt. Das ist Betrug im großen Stil. Die nutzen die Unwissenheit der Kunden schamlos aus. Nur weil ein Key sich aktivieren lässt heißt es nicht, dass man das Nutzungsrecht an der Software bzw. eine Lizenz erwirbt. Man kauft eigenltich nur wertlose Keys, die massenhaft auch an andere Kunden verkauft werden. Meistens sind das MAK Keys die sich mehrfach aktivieren lassen.

Antwort von Lothar , 14:21 Uhr

Erstmal vorneweg, ich habe nichts mit Lizengo zu tun.

Aber irgendwie schein mir Ihre Berichterstattung doch etwas einseitig zu sein.

Lizengo ist der Böse, und Preosoftware, Li-X, MRM und USC, etc. sind die Guten.

In Ihrer Tabelle führen Sie nur die Preise von Lzengo/lizenzfuchs auf, warum nicht auch die Preise der Anderen?

Vendosoft bietet ebenfalls das Office 2019 Profesional Plus an, das wie Sie schreiben nur aus Volumenlizenzverträgen stammen kann, sicherheitshalber wird der Preis aber OHNE MwSt. angezeigt! Wo ist denn hier jetzt der Unterschied?

Von den "Guten" haben Sie die "Aussage" von den Geschäftsführern: Nein sowas "Böses" würden wir ja nie tun.

Bei Lizengo hatten SIe nur Kontakt über die Chat-Funktion, sprich das saß ein Hiwi der nix dazu sagen konnte, wollten Sie nicht mit einem Verantwortlichen reden oder war Lizengo nicht dazu bereit?

Welchen Nutzen bringt mir jetzt Ihr Artikel? Kann ich bei allen Anderen, außer bei Lizengo, bedenkenlos kaufen?

Antworten

Antwort von Ede , 19:26 Uhr

Das beschriebene Problem ist ja nicht, dass es sich um gebrauchte und / oder Volumenlizenzen handelt, sondern, dass etwas völlig anderes versprochen als geliefert wird. Das macht für mich als IT-Verantwortlicher schon einen gravierenden Unterschied. Während ich bei den genannten Gebraucht-Anbietern genau nachvollziehen kann, welche Art von Lizenz ich bekomme, woher sie stammt und dass sie gebraucht ist, bekomme ich bei Lizengo und Konsorten einen Key und dazu eine Geschichte vom Pferd die Münchhausen als Waisenknaben erscheinen lässt, und für die ich meinen Kopf sicher nicht hinhalten will…

Antwort von BR0KK , 12:00 Uhr

Die Frage ist wie der normale User denn davon Kenntniss haben kann/ soll. Der kauft bei EDEKA einen Key im glauben das das was da angeboten wird rechtens und damit seins ist.

Aktivieren lässt sich der Key auch einwandfrei….. und sogar die Anmeldung am MS Konto funktioniert damit ?!

Wenn dann der Key gesperrt wird oder sogar ein Audit mit Anzeige droht :/ (Gibts da bereits Fälle zu? Verurteilet Personen? Gerichtsurteile?)….

Gebrauchte Keys zu verkaufen (sofern aus legalen Quellen) ist ansich einen gute Idee. MS ist ja dagegen …. Die wollen unbedingt neu verkaufen…..