Software von Lizengo, Lizenzfuchs, Edeka & Co unter der Lupe: Softwareschnäppchen: Zu schön, um wahr zu sein

Bei Software ist Geiz nicht etwa geil, sondern fahrlässig. Kunden können auf Betrug hereinfallen oder kaufen Keys ohne Nutzungsrechte. Was seriöse Händler und Distributoren schon lange bemängeln, bestätigen CRN-Testkäufe: Softwarekauf, nicht nur zwischen Kraut und Rüben bei Edeka, birgt ein erhebliches Risiko. CRN sagt, warum.

Wertloser Produktschlüssel

»Product Keys stellen keine Lizenz dar«
(Foto: burdun - AdobeStock)

Das Problem: Verstoßen Händler hierzulande gegen die rechtlichen Voraussetzungen, erwirbt der Kunde häufig einen wert-losen Produktschlüssel samt Downloadlink, aber keine Nutzungsrechte. Denn allein, dass sich ein Schlüssel aktivieren lässt, sagt über seine Rechtmäßigkeit und damit verbundene Nutzungsrechte noch nicht viel aus. Manche Anbieter scheinen das sogar ganz bewusst als Grundlage ihres Geschäftsmodells zu betrachten und bieten lediglich Aktivierungs- oder Lizenzschlüssel zum Verkauf an, aber keine Lizenzen. Wer solche Details überliest oder den Unterschied nicht kennt, tappt schnell in die Falle.

Darüber können auch die vielen kreativen Produktaufmachungen von Microsoft-Boxen auf diversen Internet-Shops nicht hinwegtäuschen, die es so von Microsoft gar nicht gibt. Professionell gemacht und dazu nicht allzu günstig angeboten, sollen sie Bedenken bei Kunden zerstreuen. Zweifel aber sollten gerade Business-Nutzer nicht leichtfertig vom Tisch wischen. Gleiches gilt selbstredend für Fachhändler und Systemhäuser, die ihren Kunden eine günstigere Lizenzierung anbieten wollen. Auch wenn das Vorgehen zur eigenen Absicherung beim Kauf gebrauchter Software eigentlich relativ einfach ist, hat man sich die rechtlichen Rahmenbedingungen und Verantwortungen erst einmal angeeignet, lassen die möglichen Risiken noch immer viele Unternehmen davor zurückschrecken.

Theoretisch sollte man meinen, dass man Schwierigkeiten einfach aus dem Weg gehen kann, indem man sich für neue Lizenzen entscheidet. Doch auch hier lauern durchaus Fallstricke. So sind Zweifel nach unseren seit mehreren Monaten laufenden Recherchen beispielsweise bei Lizengo angebracht. Die Kölner sprechen neben Privatanwendern mit einem eigenen B2B-Shop explizit auch Unternehmen an und bewerben derzeit preisaggressiv vor allem Microsoft-Produkte. Angeblich handelt es sich durchwegs um »neue« Lizenzen. Doch wie kann Lizengo diese teilweise um über 70 Prozent unter den Preisen der offiziellen Distribution anbieten?

Kommentare (7) Alle Kommentare

Antwort von lizenzstinktier , 14:16 Uhr

Guter Artikel der das Geschätsmodell gut beschreibt. Ihr habt mich als Leser dazugewonnen. Besser recherchiert als bei Heise.

Wer denkt er erhält bei Lizengo, Lizenzfuchs, Tornadosoft usw. legale Lizenzen, der irrt. Das ist Betrug im großen Stil. Die nutzen die Unwissenheit der Kunden schamlos aus. Nur weil ein Key sich aktivieren lässt heißt es nicht, dass man das Nutzungsrecht an der Software bzw. eine Lizenz erwirbt. Man kauft eigenltich nur wertlose Keys, die massenhaft auch an andere Kunden verkauft werden. Meistens sind das MAK Keys die sich mehrfach aktivieren lassen.

Antwort von Lothar , 14:21 Uhr

Erstmal vorneweg, ich habe nichts mit Lizengo zu tun.

Aber irgendwie schein mir Ihre Berichterstattung doch etwas einseitig zu sein.

Lizengo ist der Böse, und Preosoftware, Li-X, MRM und USC, etc. sind die Guten.

In Ihrer Tabelle führen Sie nur die Preise von Lzengo/lizenzfuchs auf, warum nicht auch die Preise der Anderen?

Vendosoft bietet ebenfalls das Office 2019 Profesional Plus an, das wie Sie schreiben nur aus Volumenlizenzverträgen stammen kann, sicherheitshalber wird der Preis aber OHNE MwSt. angezeigt! Wo ist denn hier jetzt der Unterschied?

Von den "Guten" haben Sie die "Aussage" von den Geschäftsführern: Nein sowas "Böses" würden wir ja nie tun.

Bei Lizengo hatten SIe nur Kontakt über die Chat-Funktion, sprich das saß ein Hiwi der nix dazu sagen konnte, wollten Sie nicht mit einem Verantwortlichen reden oder war Lizengo nicht dazu bereit?

Welchen Nutzen bringt mir jetzt Ihr Artikel? Kann ich bei allen Anderen, außer bei Lizengo, bedenkenlos kaufen?

Antworten

Antwort von Ede , 19:26 Uhr

Das beschriebene Problem ist ja nicht, dass es sich um gebrauchte und / oder Volumenlizenzen handelt, sondern, dass etwas völlig anderes versprochen als geliefert wird. Das macht für mich als IT-Verantwortlicher schon einen gravierenden Unterschied. Während ich bei den genannten Gebraucht-Anbietern genau nachvollziehen kann, welche Art von Lizenz ich bekomme, woher sie stammt und dass sie gebraucht ist, bekomme ich bei Lizengo und Konsorten einen Key und dazu eine Geschichte vom Pferd die Münchhausen als Waisenknaben erscheinen lässt, und für die ich meinen Kopf sicher nicht hinhalten will…

Antwort von BR0KK , 12:00 Uhr

Die Frage ist wie der normale User denn davon Kenntniss haben kann/ soll. Der kauft bei EDEKA einen Key im glauben das das was da angeboten wird rechtens und damit seins ist.

Aktivieren lässt sich der Key auch einwandfrei….. und sogar die Anmeldung am MS Konto funktioniert damit ?!

Wenn dann der Key gesperrt wird oder sogar ein Audit mit Anzeige droht :/ (Gibts da bereits Fälle zu? Verurteilet Personen? Gerichtsurteile?)….

Gebrauchte Keys zu verkaufen (sofern aus legalen Quellen) ist ansich einen gute Idee. MS ist ja dagegen …. Die wollen unbedingt neu verkaufen…..