Software von Lizengo, Lizenzfuchs, Edeka & Co unter der Lupe: Softwareschnäppchen: Zu schön, um wahr zu sein

Bei Software ist Geiz nicht etwa geil, sondern fahrlässig. Kunden können auf Betrug hereinfallen oder kaufen Keys ohne Nutzungsrechte. Was seriöse Händler und Distributoren schon lange bemängeln, bestätigen CRN-Testkäufe: Softwarekauf, nicht nur zwischen Kraut und Rüben bei Edeka, birgt ein erhebliches Risiko. CRN sagt, warum.

Lottosechser mit Zusatzzahl

(Foto: Egor - Fotolia)

Hatte CRN schon vor fünf Jahren erstmals über Kritik und Zweifel aus dem Channel an Lizengo berichtet, ist der Anbieter erst jetzt durch eine Vertriebskooperation mit der Edeka-Gruppe für viele Softwarehändler in den Fokus geraten. Lizengo vertreibt seither über teilnehmende Edeka-Filialisten sowie die zur Edeka-Gruppe gehörenden Einzelhändler Marktkauf, Neukauf und Trinkgut Gutscheine für Microsoft-Software. In den Filialen können Verbraucher Vouchers für Office oder Windows von Lizengo erwerben. Sie erhalten an der Kasse eine PIN-Nummer, die sie auf der Webseite der Kölner eingeben und damit gegen einen Produktschlüssel samt Downloadlink eintauschen können. Rechnung und Produktschlüssel können sich Käufer per Mail zustellen lassen und die Software anschließend von einem nicht Microsoft gehörenden Portal herunterladen.

Für den bis dato meist nur dem Wettbewerb bekannten Softwarehändler ist der Vertrieb im Retail über die Edeka-Gruppe wie ein Lottosechser mit Zusatzzahl. Nun steht man neben so prominenten Konzernen wie Amazon, Google oder Netflix im Gutscheinständer der Märkte. Das Marketing der Kölner jubelt: »Zwischen Kraut und Rüben – jetzt Micro-soft Software in deinem Edeka-Markt.«

Nur ein Facebook-Nutzer bemängelt, dass man keine Boxen mit Datenträgern kaufen kann. »Diese ESD-Epidemie geht mir auf den Kranz, vor allen bei Vollpreissoftware«, postet Frank K. Dabei trifft er einen wunden Punkt, der CRN bei der rechtlichen Bewertung der über Edeka vertriebenen Lizengo-Produkte mitgeteilt wurde.

Kommentare (7) Alle Kommentare

Antwort von lizenzstinktier , 14:16 Uhr

Guter Artikel der das Geschätsmodell gut beschreibt. Ihr habt mich als Leser dazugewonnen. Besser recherchiert als bei Heise.

Wer denkt er erhält bei Lizengo, Lizenzfuchs, Tornadosoft usw. legale Lizenzen, der irrt. Das ist Betrug im großen Stil. Die nutzen die Unwissenheit der Kunden schamlos aus. Nur weil ein Key sich aktivieren lässt heißt es nicht, dass man das Nutzungsrecht an der Software bzw. eine Lizenz erwirbt. Man kauft eigenltich nur wertlose Keys, die massenhaft auch an andere Kunden verkauft werden. Meistens sind das MAK Keys die sich mehrfach aktivieren lassen.

Antwort von Lothar , 14:21 Uhr

Erstmal vorneweg, ich habe nichts mit Lizengo zu tun.

Aber irgendwie schein mir Ihre Berichterstattung doch etwas einseitig zu sein.

Lizengo ist der Böse, und Preosoftware, Li-X, MRM und USC, etc. sind die Guten.

In Ihrer Tabelle führen Sie nur die Preise von Lzengo/lizenzfuchs auf, warum nicht auch die Preise der Anderen?

Vendosoft bietet ebenfalls das Office 2019 Profesional Plus an, das wie Sie schreiben nur aus Volumenlizenzverträgen stammen kann, sicherheitshalber wird der Preis aber OHNE MwSt. angezeigt! Wo ist denn hier jetzt der Unterschied?

Von den "Guten" haben Sie die "Aussage" von den Geschäftsführern: Nein sowas "Böses" würden wir ja nie tun.

Bei Lizengo hatten SIe nur Kontakt über die Chat-Funktion, sprich das saß ein Hiwi der nix dazu sagen konnte, wollten Sie nicht mit einem Verantwortlichen reden oder war Lizengo nicht dazu bereit?

Welchen Nutzen bringt mir jetzt Ihr Artikel? Kann ich bei allen Anderen, außer bei Lizengo, bedenkenlos kaufen?

Antworten

Antwort von Ede , 19:26 Uhr

Das beschriebene Problem ist ja nicht, dass es sich um gebrauchte und / oder Volumenlizenzen handelt, sondern, dass etwas völlig anderes versprochen als geliefert wird. Das macht für mich als IT-Verantwortlicher schon einen gravierenden Unterschied. Während ich bei den genannten Gebraucht-Anbietern genau nachvollziehen kann, welche Art von Lizenz ich bekomme, woher sie stammt und dass sie gebraucht ist, bekomme ich bei Lizengo und Konsorten einen Key und dazu eine Geschichte vom Pferd die Münchhausen als Waisenknaben erscheinen lässt, und für die ich meinen Kopf sicher nicht hinhalten will…

Antwort von BR0KK , 12:00 Uhr

Die Frage ist wie der normale User denn davon Kenntniss haben kann/ soll. Der kauft bei EDEKA einen Key im glauben das das was da angeboten wird rechtens und damit seins ist.

Aktivieren lässt sich der Key auch einwandfrei….. und sogar die Anmeldung am MS Konto funktioniert damit ?!

Wenn dann der Key gesperrt wird oder sogar ein Audit mit Anzeige droht :/ (Gibts da bereits Fälle zu? Verurteilet Personen? Gerichtsurteile?)….

Gebrauchte Keys zu verkaufen (sofern aus legalen Quellen) ist ansich einen gute Idee. MS ist ja dagegen …. Die wollen unbedingt neu verkaufen…..