Von alten Ängsten und neuen Chancen: Hardware ist Trumpf

Zwei Jahre lang musste der Komponenten-Handel wegen knappen Verfügbarkeiten bei Kernprodukten wie Grafikkarten, CPUs und Flash-Speicher darben. Kaum ist die Krise halbwegs überstanden, steht jetzt mit Cloud-Gaming schon das nächste potenzielle Ungemach vor der Tür.

Neue GPUs und CPUs

»Das Margenniveau aus der Zeit vor dem Mining-Boom ist zwar noch nicht wieder erreicht worden, jedoch sehen wir im Komponentenmarkt insgesamt wieder eine deutliche Erholung.« Thomas Pannenbecker, Country Head der Open Platform Business Group bei Asus
(Foto: Asus)

Im Herbst stehen zudem traditionell die Neuvorstellungen der GPU- und CPU-Hersteller sowie die Releases einiger anspruchsvoller Games auf dem Programm, durch die das Jahresendgeschäft weiter befeuert werden dürfte. Allerdings erstmals seit langem unter neuen Vorzeichen. Denn nachdem die Hackordnung der großen Hersteller in diesen Bereichen jahrelang fast schon zementiert war, hat sich in den letzten Monaten einiges getan. Der Underdog AMD konnte die Lieferschwierigkeiten der Konkurrenz mit starken neuen Prozessoren aus der Ryzen-Familie für sich nutzen und wieder deutlich Marktanteile dazugewinnen. Und auch im Grafikbereich ist der Abstand zum Platzhirschen Nvidia geschrumpft. Insofern muss sich der Fachhandel darauf einstellen, dass sich die Nachfrage der Kunden weiter verschiebt, und seine Einkaufspolitik entsprechend anpassen.

Das gilt insbesondere – aber nicht nur – für den Bereich Gaming, wie Asus-Manager Pannenbecker betont. Befeuert durch neue Arbeitsformen verzeichnet sein Unternehmen auch im Business-Segment eine steigende Nachfrage nach besonders leistungsfähigen Highend-Desktops (HEDT), Workstations und Notebooks. Auch hier setzt sein Unternehmen verstärkt auf Lösungen auf AMD-Basis, wie etwa die neue »Pro WS«-Produktserie für Content Creator. »Damit erreicht die Auswahl des Asus-Portfolios erstmalig eine Vielfalt, die bisher nur auf der Basis von Intel-Chipsätzen gegeben war«, so Pannenbecker. Im Notebook-Bereich möchte Intel hier unter anderem durch dasProjekt »Athena«, das quasi den Nachfolger der Ultrabooks hervorbringen soll, kontern. »Gefragt sind mehr CPU-Leistung, mehr Memory, längere Akkulaufzeiten bis zu 24 Stunden und Künstliche-Intelligenz-Funktionen auf dem Device«, fasst Long die Eckpunkte dafür zusammen.