Von alten Ängsten und neuen Chancen: Hardware ist Trumpf

Zwei Jahre lang musste der Komponenten-Handel wegen knappen Verfügbarkeiten bei Kernprodukten wie Grafikkarten, CPUs und Flash-Speicher darben. Kaum ist die Krise halbwegs überstanden, steht jetzt mit Cloud-Gaming schon das nächste potenzielle Ungemach vor der Tür.

Neustart 2019

»Gaming ist ein klassisches Geschäft für Reseller. Hier können sie sich differenzieren etwa mit ausgefallenen Cases, Konfigurationen und Cooling-Lösungen. Denn Gamer wollen immer die aktuellsten Systeme.« Steve Long, VP Sales & Marketing Group und GM Sales der Client Computing Group bei Intel

Die Lage habe sich aber inzwischen deutlich verbessert, versichert Long: »Die erste Jahreshälfte 2019 war auf jeden Fall besser als die letztjährige. Die leistungsfähigeren CPUs etwa für Gaming-Systeme sind kein Problem mehr.« Das bestätigen uns auch Distribution und Fachhandel. Bis auf ganz wenige Ausnahmen wie einige spezielle Intel-CPUs haben sich die Lieferverzögerungen komplett aufgelöst. Angebot und Nachfrage nach PCs, Servern und Bauteilen haben sich damit wieder normalisiert. In einigen Bereichen sind sie sogar auf sehr gutem Level. Den erhofften Nachfragesprung aus aufgeschobenen Investitionen gab es aber nicht. »Der große Nachfrageschub durch verzögerte Kaufentscheidungen aus 2018 ist ausgeblieben«, bestätigt Thomas Pannenbecker, County Head der Open Platform Business Group bei Asus.

Hinzu kommt ein weiteres, altbekanntes, Problem. Während sich bei Grafikkarten und CPUs inzwischen auch die Preise wieder auf normalem Niveau eingependelt haben, sind sie beim Flash-Speicher regelrecht abgestürzt. Allein in den ersten beiden Quartalen 2019 brachen die Preise für NAND-Flash laut den Marktforschern von DRAMeXchange um jeweils 20 Prozent ein. Neben der hochgefahrenen Fertigung sehen sie als Ursachen dafür auch eine schwache Nachfragesituation bei Smartphones und Servern, die durch den Handelskonflikt zwischen den USA und China weiter unter Druck geraten ist. Deshalb musste Samsung als einer der größten Flash- und Chipproduzenten gerade erst seine Erwartungen für das zweite Quartal 2019 deutlich nach unten korrigieren, der Gewinn soll mehr als 50 Prozent unter den Vorjahreswert fallen. Für den Fachhandel bedeutet das eine Rückkehr der wenig lukrativen Minimal-Margen aus alten Zeiten.