Angeschlagener HNA-Konzern: Investoren verhandeln über Einstieg bei Ingram Micro

Die angeschlagene HNA Group sucht offenbar weiter nach Interessenten für Ingram Micro. Derzeit sollen Verhandlungen mit einem Konsortium laufen, das für 4 Milliarden Dollar beim weltgrößten Distributor einsteigen würde.

Firmensitz von Ingram Micro in Irvine, Kalifornien
(Foto: Ingram Micro)

Den Berichten von Nachrichtenagenturen zufolge befindet sich ein Konsortium um die asiatische RRJ Capital in fortgeschritten Verhandlungen mit der HNA Group über eine Beteiligung an Ingram Micro. Das chinesische Unternehmenskonglomerat hatte den weltgrößten Distributor vor gut drei Jahren für 6 Milliarden Dollar übernommen, war durch seine aggressive Expansionspolitik aber in finanzielle Schieflage geraten. Über die vergangenen Monate wurden daher zahlreiche Assets verkauft, und auch um die Zukunft von Ingram gab es immer wieder Spekulationen.

Laut Reuters sollen RRJ und andere Investoren nun 4 Milliarden Dollar bieten, um die Kontrolle beim Broadliner übernehmen zu können. Der Deal könnte bereits in wenigen Tagen besiegelt werden.

Bloomberg zufolge ist RRJ bereits seit über einen Jahr über Umwege an Ingram beteiligt. Mit dem neuen Deal würde man nah an 50 Prozent der Anteile herankommen. Da das Geld von RRJ zu zwei Dritteln aus Nordamerika und Europa kommt und der Rest aus dem Nahen Osten und von anderen nicht-chinesischen Geldgebern, dürfte das Vorhaben auch vom Committee on Foreign Investment in the United States (CFIUS) durchgewunken werden, so Bloomberg, werde doch der chinesische Besitz an Ingram reduziert.

Kommentare (1) Alle Kommentare

Antwort von Peppi , 18:57 Uhr

Ich dachte die Zeit der unbeweglichen Riesen ist vorbei?

Warum interessiert da noch einer?

Das Geschäft ist rückläufig, ein Wandel findet nicht statt bei Ingram Micro. Das beste Beispiel von alten verkalkten Strukturen und Kumpel Wirtschaft ist das Management der Ingram Micro Deutschland