Umfrage: Kritik an »unzeitgemäßem« Frauenbild in Games

Eine Umfrage von Bitkom zeigt: Rund die Hälfte aller Gamer in Deutschland sind Frauen. In den Spielen selbst kommen diese oft schlecht weg. Das stört nicht nur Gamerinnen.

(Foto: Koelnmesse)

Gaming ist unter Männern und Frauen nahezu gleichermaßen beliebt, doch die meisten Frauen fühlen sich laut einer Umfrage des Digitalverbands Bitkom diskreditiert. Mehr als acht von zehn Gamerinnen (82 Prozent) geben demnach an, die Darstellung von Frauen in den Games weder angemessen noch zeitgemäß zu finden. Unter den Männern sieht das gut die Hälfte (52 Prozent) so.

49 Prozent der Frauen und 38 Prozent der Männer, die zumindest gelegentlich spielen, wünschen sich laut der repräsentativen Umfrage mehr starke weibliche Figuren. »Hier besteht Aufholbedarf«, sagte Bitkom-Präsidiumsmitglied Olaf May, zeigt sich jedoch zuversichtlich: »Je mehr Frauen in der Spielebranche arbeiten, umso positiver wird sich das auf das Frauenbild und die Vielfalt in Spielen auswirken.« Laut Bitkom liegt der Anteil weiblicher Mitarbeiter in der Branche etwa zwischen 10 und 20 Prozent. Insgesamt beschäftigt die Games-Industrie demnach rund 30.000 Menschen.

Gaming sei längst zu einem kulturellen Phänomen geworden, das in großen Teilen der Bevölkerung und quer durch alle Altersklassen beliebt sei, betont der Bitkom. 43 Prozent der Menschen in Deutschland würden zumindest gelegentlich Computer- oder Videospiele spielen. Der Branchenverband game setzt sich seit langem dafür ein, Games als Kulturgut anzuerkennen und die Branche auch entsprechend zu fördern, wie es etwa in der Film-Industrie gang und gäbe ist.

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