Teure Mitarbeiter-Aktien drücken auf Bilanz: Uber fährt Verlust von 5,2 Milliarden Dollar ein

In Start-ups ist es üblich, Mitarbeitern Aktien zu geben. Beim Börsengang kann das die Bilanz erheblich belasten. Das erlebte gerade Uber mit einem atemberaubenden Quartalsverlust von 5,2 Milliarden Dollar. Zudem wuchs aber auch das Kerngeschäft nur langsam.

Lyft auf der Überholspur

Insgesamt stieg der Konzernumsatz um 14 Prozent auf knapp 3,2 Milliarden Dollar. Für Uber-Verhältnisse war das ein sehr langsames Wachstum. Im Vorjahresquartal lag der Uber-Verlust bei 878 Millionen Dollar - jetzt wären es selbst ohne die zusätzliche Belastung durch die Aktienvergütung rund 1,3 Milliarden Dollar gewesen. Uber-Chef Dara Khosrowshahi versprach Analysten nach der Zahlenvorlage einen »guten altmodischen Fokus« auf das Ergebnis.

Die Enttäuschung der Börsianer war umso größer, da erst am Vortag der kleinere Uber-Konkurrent Lyft sie mit besser als erwartet ausgefallenen Zahlen überrascht hatte.

Im zweiten Quartal steigerte Lyft den Umsatz im Jahresvergleich um 72 Prozent auf 876 Millionen Dollar (774 Mio Euro). Ein kräftiger Kostenanstieg - ebenfalls zum Teil wegen der Vergütung mit Aktien im Zuge des Börsengangs im März - ließ den Quartalsverlust allerdings von 178,9 Millionen auf 644,2 Millionen Dollar ansteigen.

Zugleich sah Lyft aber eine deutliche Verbesserung des Geschäfts, unter anderem weil der Preiskampf mit Uber nachlasse. Deswegen rechnet Lyft nun mit einem Jahresumsatz von bis zu 3,5 Milliarden Dollar - 200 Millionen mehr als zuvor maximal anvisiert. Auch der Verlust soll geringer ausfallen als zuvor in Aussicht gestellt.

Bei Uber stieg die Zahl der Nutzer binnen drei Monaten von 93 auf 99 Millionen. Bei Lyft legte sie von 20,5 auf 21,8 Millionen zu. Lyft ist bisher nur in den USA und Kanada aktiv, während Uber frühzeitig auf eine weltweite Expansion setzte. Beide Unternehmen waren im Frühjahr an die Börse gegangen. Ihre Aktien notieren aber unter den Ausgabepreis, weil Anleger Zweifel haben, ob das bisher mit hohen Verlusten verbundene Geschäftsmodell der Fahrdienst-Vermittler am Ende aufgehen wird. Die Lyft-Aktie legte nach dem Quartalsbericht im regulären Handel am Donnerstag um drei Prozent zu.

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