Microsoft-Channel: Sag mir, wo die Betreuer sind …: wo sind sie geblieben?

Viele Systemhäuser wären nun bereit, relevant für Microsoft zu sein, spüren aber die kalte Schulter des Herstellers. Es fehlt ihnen nicht am Willen zum Cloud-Vertrieb, sondern an adäquater Unterstützung.

Ärzte, Apotheker und Anwälte

Thorsten Koth aus Cuxhaven berät seine Kunden schon länger über die Vorteile von 365-Microsoft-Produkten: »Tolle Erweiterung, reichlich Optionen in einer sich wandelnden Arbeitswelt«, sagt er. Gibt aber auch zu bedenken, dass »es Bereiche gibt, in denen eine klassische Lizenzierung nach wie vor die bessere Wahl ist«. Bei den drei A’s nämlich: Ärzte, Apotheker, Anwälte – und »auch im Finanzumfeld scheint es noch Hürden zu geben«. Koth irritiert auch, dass manche Datenschützer immer noch vor dem Einsatz von Office 365 warnen, um dann – so die neueste Entwicklung – wieder zurückzurudern. Kontraproduktiv also für Koth und für die Cloud-First-Strategie, die Microsoft konsequent von seinem Channel einfordert.

Hat Microsoft den SMB-Channel schon abgeschrieben, wo er in Deutschland immer noch eine tragende Säule in jedem IT-Vertrieb ist? Man muss Gregor Bieler im CRN-Interview so verstehen, auch wenn er verneint, diese Klientel nicht in die Distribution »abgeschoben zu haben«, wie CRN nachhakt. Klar ist jedenfalls, dass viele Microsoft-Partner, die aus diversen Gründen jetzt erst für die Cloud-Welt bereit wären, sich aber nicht mitgenommen fühlen – sei es von Microsoft selbst oder der Distribution, deren Betreuungsqualität bei manchem Grossisten unter Renditeerwartung und Sparzwängen leidet und es daher auch nicht verwundert, dass es die besten Köpfe zu Microsoft zieht.

Merkwürdig, wo CRN doch immer wieder von Seiten der Distribution hört, das Potenzial dieses SMB-Channels sei sehr groß. Wenn das tatsächlich so ist, und dafür spricht gerade auf dem deutschen Markt viel, sollte es doch gelingen, die vielen kleineren Systemhäuser mit adäquaten Konzepten in die »neue Welt« der Cloudifizierung zu führen. Ein Callcenter, eine Info-Internetseite oder Hochglanzbroschüren von Distributoren reichen dafür sicher nicht.

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