Virtuelle Jagd eröffnet: »Pokémon Go«-Fest lockt Tausende aus aller Welt

Zum Internationalen »Pokémon Go«-Fest strömen Tausende nach Dortmund. Manche sind sogar extra aus der fernen Heimat der kleinen Monster - Japan - angereist. Rund 100.000 Fans werden erwartet. Ist der große Hype nicht vorbei?

(Foto: sx15 - Fotolia)

Sie steigen plötzlich aus dem Wasser, hocken frech im Gebüsch, zeigen sich unerwartet am Fuße mächtiger Bäume. Tausende Jäger aus aller Welt spüren sie auf, verfolgen die Monster allein oder in Gruppen - Kopf gesenkt, Hand mit Wischbewegung am Smartphone. Zum Start des internationalen »Pokémon Go«-Festivals strömen die Online-Gamer in den Dortmunder Westfalenpark und durchkämmen die virtuellen Lebensräume nach den versprochenen besonders seltenen Minis. »Ich habe grad eins gefangen, das es sonst nur in Amerika gibt«, ruft Emanuela, eigens aus Genua angereist. »Es macht Spaß, man muss sich bewegen, lernt viele Leute kennen.«

Im Park sind Kinder, Jugendliche, Familien, leicht Ergraute und Senioren auf den Beinen. Man hört Englisch, Französisch, Polnisch, Schwedisch, Holländisch, Chinesisch, Japanisch. Das Pärchen Takuya und Mizuho Yamato ist extra von Kyoto ins Ruhrgebiet geflogen. »Wir lieben Pokémon«, erzählt der Unternehmer Takuya (46). »Am schönsten ist es in der Gruppe. Deshalb sind wir hier. Und nächsten Monat gehts nach Yokohama, da ist wieder ein großes Pokémon-Event.«

Für Nicht-Insider, die maximal von Pikachu gehört haben: Der Spieler - Trainer - macht allein oder im Team Jagd auf die knallbunten Monster. In der Regel gilt: Je seltener die Pokémon, desto kampfesstärker. Erfolgreiche Trainer steigern ihre EP-Punkte (Experience Points), man lässt die Pokémon auch in Arenen gegeneinander antreten.

Neben einer überdimensionierten Powerbank-Station zum Akku-Aufladen jubelt eine junge Britin. Sie hat gerade ein seltenes Wasser-Pokémon geschnappt. »Wenn man fit ist, kann man hier 100 in einer Stunde fangen.« Aber: »Das Netz ist nicht so gut, meine Freundin fliegt immer wieder raus.« Auf dem Veranstaltungsgelände waren zusätzliche Mobilfunkanlagen errichtet worden, das sollte eigentlich ein unbeschwertes Online-Gaming sicherstellen.

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