»Industrie-4.0-Gipfel«: Deutschland mit digitalem Nachholbedarf

Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier warnt, Deutschland dürfe bei Digitalisierungsthemen wie Künstlicher Intelligenz nicht den Anschluss verlieren.

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Mit Blick auf den digitalen Wandel in der Industrie hat Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) davor gewarnt, in Deutschland den Anschluss zu verlieren. »Wir leben auf hohem Niveau, aber wir leben eben ein Stück weit auch von der Substanz«, sagte Altmaier am Montag beim »Industrie-4.0-Gipfel« des Softwarekonzerns SAP in Walldorf. Man müsse diskutieren, was sich ändern müsse, zum Beispiel an den Rahmenbedingungen, an Steuern, Energiepreisen, Sozialabgaben. Auch darüber, wie man umgehe mit Ländern, die nicht die gleiche Offenheit hätten und Firmen übernähmen, weil sie es mehr auf die Technologie als auf die Rendite abgesehen hätten.

Es gehe aber auch darum, »wie wir umgehen damit, dass wir in dieser hochinnovativen Welt in einigen Bereichen immer noch vorne mit dabei sind - wie zum Beispiel bei der 3D-Technologie -, aber in anderen Bereichen größere Schwierigkeiten und Mühen haben. Und dazu gehört eben die Digitalisierung«, sagte Altmaier und verwies insbesondere auf die Künstliche Intelligenz.

Für Mittelständler sei das eine große Herausforderung. Viele seien zwar auf dem Weltmarkt erfolgreich. »Wenn sie aber eines Tages den Auftrag verloren haben, weil ein Unternehmen in China oder in den USA rechtzeitig auf Industrie 4.0 umgestellt und investiert hat, dann werden sie ihn schwerlich wieder gewinnen in der nächsten Zeit.« Das gelte es zu verhindern.

Vor diesem Hintergrund verwies Altmaier auch darauf, wie wichtig es sei, mit neuen Entwicklungen Standards zu setzen, an denen sich andere dann orientieren müssten. »Diese Schlacht ist noch nicht entschieden«, sagte er mit Blick zum Beispiel auf autonomes Fahren. »Aber wir müssen uns darum kümmern, dass wir sie entscheiden können.«

Kommentare (1) Alle Kommentare

Antwort von Prediger_in_der_Wüste , 10:38 Uhr

Lieber Herr Altmaier,

es ist eigentlich ganz einfach: Digitalisierung setzt als Grundlage einen leistungsfähigen Digitalanschluss voraus!

Dieser wird beim gewöhnlichen Volk auch als Glasfaseranschluss oder "schneller Internetzugang" bezeichnet. Leider warten viele Firmen noch bis heute darauf, obwohl es die Technologie bereits seit Jahrzehnten gibt. Die träumen seit jahrzehnten nur von ihrem hohen Niveau und sind nicht anspruchsvoll. Rumänischer oder Bulgarischer standard würden genügen. Es muss ja nicht gleich so toll wie bei den Industriegiganten Luxemburg und Österreich sein. Nur konkret angefangt müsste halt mal werden, statt ständig neue Sprüche durchs Dorf zu treiben.

Mit besten Grüßen aus der "blühenden" Provinz