Kryptogeld »Libra«: Plan für »Weltwährung« von Facebook in der Kritik

Während sich mehrere Digitalunternehmen Facebooks Plänen für die neue Kryptowährung »Libra« anschließen, kommt aus der Politik deutliche Kritik, vor allem hinsichtlich der damit weiter wachsenden Macht von Facebook.

(Foto: ET1972 - Fotolia)

Der Plan von Facebook, die neue globale Digitalwährung Libra einzuführen, ist bei Politikern in den USA und Europa auf Kritik gestoßen. Die Vorsitzende des Finanzausschusses im US-Repräsentantenhaus, Maxine Waters, forderte Facebook auf, die Libra-Pläne auf Eis zu legen und die Untersuchungen der Behörden abzuwarten. Mit der Kryptowährung setze Facebook seine unkontrollierte Expansion fort und erweitere seine Reichweite auf das Leben seiner Nutzer, kritisierte die Politikerin der Demokratischen Partei.

Auch Patrick McHenry, der ranghöchste Republikaner im Finanzausschuss, beurteilte die Facebook-Pläne kritisch. »Wir wissen, dass es viele offene Fragen bezüglich des Umfangs und der Größenordnung des Projekts gibt.« Es müsse geprüft werden, wie Libra mit dem globalen Finanzregulierungsrahmen vereinbar sein werde, schrieb er. »Wir müssen über die Gerüchte und Spekulationen hinausgehen und ein Forum bieten, um dieses Projekt und seine möglichen beispiellosen Auswirkungen auf das Finanzsystem zu bewerten.«

Auch in Deutschland wurden kritische Stimmen laut: Der grüne Bundestagsabgeordnete Danyal Bayaz erklärte, der Vorstoß von Facebook erhöhe den Handlungsdruck für Zentralbanken und Finanzaufsichtsbehörden, sich ernsthaft und umfassend mit digitalen Währungen zu beschäftigen. »Dazu gehören Fragen der Geldschöpfung und von Wechselkursen, aber auch Fragen wie der Schwarzgeldbekämpfung und des Verbraucher- und Anlegerschutzes.« Bei der Etablierung eines breit genutztem digitalen Zahlungsmittels müsse sichergestellt werden, dass dieses Zahlungsmittel angemessen reguliert werde. »Die Ausgestaltung darf dazu nicht in die Hände eines privaten Unternehmens gelegt werden, das bisher keiner Finanzaufsicht unterliegt.« Auch der französische Finanzminister Bruno Le Maire und der CSU-Abgeordnete Markus Ferber forderten mehr Kontrolle des Technologiegiganten.

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