Evolution eines Cloudspeicherdienstes: Dropbox wird zum digitalen Arbeitsplatz

Dropbox will nicht länger nur ein Dienst sein, bei dem Nutzer ihre Dateien ablegen. Mit einem digitalen Arbeitsplatz, der Services von Google, Microsoft, Slack und Zoom integriert, versucht man, sich neu zu erfinden.

(Foto: metamorworks - AdobeStock)

Um Dateien in der Cloud zu speichern, gibt es mittlerweile viele Möglichkeiten – und bei den meisten Anbietern ist die reine Datenablage nur eine von vielen Funktionen, etwa bei Google und Microsoft, die Google Drive und OneDrive eng mit ihren anderen Services verknüpft haben. Klassische Cloudspeicherdienste setzt das unter Druck, sie müssen Alleinstellungsmerkmale finden. Dropbox beispielsweise startete im vergangenen Jahr mit seinen »Extensions« verschiedene Integrationen, um unter anderem das Unterschreiben von Dokumenten auf der Plattform zu ermöglichen. Nun geht man noch einen Schritt weiter und baut den Cloudspeicher zum digitalen Arbeitsplatz aus, der andere Cloud- und Onlinedienste einbindet, sodass der Nutzer diese nicht mehr separat ansteuern muss.

»Arbeit ist immer weiter verstreut: Dateien sind auf verschiedenen Geräten, in der Cloud und auf unseren Festplatten gespeichert. Wir arbeiten mit den verschiedensten Apps, die alle nicht miteinander kommunizieren, und Teams haben damit zu kämpfen, alle auf demselben Stand zu halten«, beschreibt Dropbox-CEO Drew Houston das Dilemma vieler Nutzer. Diese Reibungspunkte wolle man mit der neuen Dropbox abschaffen, sodass sich Nutzer auf ihre eigentlichen Aufgaben konzentrieren können.

Direkt in Dropbox können nun Google Docs, Tabellen und Präsentationen angelegt und bearbeitet werden. Dokumente aus Microsoft Office lassen sich in Office Online und Google Docs öffnen. Zudem ist es möglich, Web-Inhalte komplett in Dropbox zu übernehmen, etwa aus der Wikipedia oder von »Boards« des Projektmanagementdienstes Trello. Auch mit Nachrichtenseiten soll das laut Dropbox klappen.

Darüber hinaus verknüpft Dropbox seinen Dienst enger mit dem Messenger Slack und dem Videokonferenzservice Zoom. So sollen sich Dateien leichter über Slack freigeben und senden sowie von Dropbox aus Zoom-Meetings starten lassen. Eine Partnerschaft mit Atlassian ist ebenfalls eingefädelt, sodass sich wohl bald auch Projekte aus Dropbox heraus organisieren und koordinieren lassen.

In der Taskleiste von Windows will Dropbox überdies einen besseren Überblick über freigegebene Inhalte und wichtige Aufgaben liefern. In der Desktop-App gibt es zahlreiche Neuerungen für die Zusammenarbeit in Teams, etwa deutlichere Hinweise auf Aktivitäten von anderen Teammitgliedern und die Möglichkeit, diese via @ direkt anzusprechen.