Kryptowährungen als Stromfresser: Bitcoin verursacht mehr Kohlendioxid als Jordanien

Die Internetwährung Bitcoin verbreitet sich stark. Zugleich wird es aufwendiger, sie herzustellen. Das benötigt sehr viel Energie.

Wissenschaftliche Berechnung

Stoll und Kollegen nutzen die Daten der Hersteller von Hardware für das Bitcoin-Schürfen, die im Zuge von Börsengängen veröffentlicht wurden, um den Energieverbrauch der Bitcoin-Schürfcomputer zu schätzen. Anhand von Internetprotokoll-(IP)-Adressen des Poolservers, der Geräte und des Internetknotens, die mit dem Schürfen in Zusammenhang stehen, ermittelten sie die Standorte der Schürfrechner. Anhand des Strommixes am Standort (wie viel Strom über Kohlekraftwerke erzeugt wird) errechneten die Wissenschaftler den CO2-Fußabdruck für den Rechnerbetrieb. Dabei ging auch der Verbrauch für Kühlung und Zusatzgeräte in die Berechnung ein. Damit wird berücksichtigt, dass ein großer Teil der Bitcoins in Island geschürft wird, wo der Strom nicht aus fossilen Quellen kommt.

Inzwischen wird eine Anwendung der Blockchain-Technologie auch in anderen Bereichen, etwa in der Vertragsgestaltung, diskutiert. Darunter gibt es Methoden, die deutlich weniger Energie verbrauchen als das Schürfen von Bitcoins. »Wir stellen nicht die Effizienzgewinne, die die Blockchain-Technologie in bestimmten Fällen bieten könnte, in Frage«, wird Stoll in einer Mitteilung der Zeitschrift »Joule« zitiert. Allerdings konzentriere sich die aktuelle Debatte um diese Technologie auf den erwarteten Nutzen. Nach Auffassung der Forscher müssten jedoch die Kosten einschließlich des CO2-Ausstoßes stärker berücksichtigt werden.

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