Vorstandsvergütungsstudie 2019: Gewaltige Gehaltsschere in Deutschlands Top-Konzernen

Das Gehaltsgefälle in der ersten deutschen Börsenliga ist in manchen Unternehmen gewaltig. Aktionärsvertreter fordern Wachsamkeit von den Aufsichtsräten, damit Vorstandsgehälter nicht aus dem Ruder laufen. Allerdings sind die Dimensionen in anderen Staaten noch ganz andere.

Leistungsprämie statt Festgehalt

Mit Wohlwollen registrieren die Aktionärsvertreter, dass der Teil der Bezahlung, der sich am Aktienkurs orientiert, tendenziell größer wird. Er lag den Berechnungen zufolge im Jahr 2018 bei knapp über 30 Prozent. Das Festgehalt macht rund 33 Prozent aus. Größter Posten der Gesamtvergütung sind nach wie vor variable Boni mit fast 37 Prozent.

»Gute Leistung soll gut vergütet werden«, sagte Tüngler. »Wenn es aber schlecht läuft, muss der Vorstand dies ebenfalls im Portemonnaie spüren. Und das sehen wir oft noch nicht.«

Gemessen an der durchschnittlichen Bezahlung der Führungskräfte war VW 2018 Spitzenreiter im Dax: Bei dem Autobauer summierten sich die Bezüge eines Vorstandsmitglieds im Schnitt auf 6,0 Millionen Euro. Beim Pharmakonzern Merck auf Rang 2 waren es rund 5,2 Millionen Euro.

Dass die Deutsche-Bank-Vorstände mit durchschnittlich knapp 5,1 Millionen Euro auf Rang 3 landeten, überraschte die Studienautoren - schließlich befinde sich das Institut »augenscheinlich nicht auf einem Erfolgskurs«. Mit 55,2 Prozent stiegen zudem die Vorstandsbezüge bei Deutschlands größtem Geldhaus zum Vorjahr so kräftig wie bei keinem anderen Konzern im Deutschen Aktienindex. Ein Jahr zuvor hatte der Deutsche-Bank-Vorstand auf Boni verzichtet.

Während ein einfaches Vorstandsmitglied eines Dax-Konzerns im Schnitt auf knapp 3,1 Millionen Euro Vergütung kam, kassierten die Unternehmenschefs der Studie zufolge im Schnitt gut 5,4 Millionen Euro. Spitzenverdiener war dabei erneut SAP-Chef Bill McDermott, der mit 10,8 Millionen Euro Gesamtvergütung zum dritten Mal die Zehn-Millionen-Marke überschritt. Auf den Plätzen folgen VW-Lenker Herbert Diess (rund 7,9 Mio Euro) und Bernd Scheifele von Heidelberg Cement (rund 7,3 Mio Euro).