Gemeinsam gegen Google und Amazon: Microsoft und Sony werden Team-Player

Bis heute galt es im Gaming-Markt als eine Art Naturgesetz, dass sich die beiden Konsolenhersteller Microsoft und Sony spinnefeind sind. Doch jetzt wollen sie unter anderem bei Gaming-as-a-Service gemeinsame Sache gegen Amazon und Google machen.

Sony-CEO und Kenichiro Yoshida Microsoft-Chef Satya Nadella besiegeln die Partnerschaft der bisherigen Rivalen im Gaming-Markt
(Foto: Microsoft)

Wenige Wochen nachdem Pläne von Amazon und Google zu Gaming-as-a-Service-Angeboten bekannt geworden sind, legt jetzt Microsoft nach. Und zwar mit einem echten Knaller, den so sicher niemand erwartet hätte. Denn um den beiden großen Cloud-Konkurrenten in den Bereichen Entertainment und Gaming Paroli bieten zu können, legt sich Microsoft nun ausgerechnet mit dem direkten Widersacher Sony ins Wolkenbett. Wie die beiden Unternehmen offiziell mitteilten, haben sie eine weitreichende strategische Partnerschaft zur gemeinsamen Entwicklung von Cloud-Diensten und -Plattformen, aber auch Lösungen für künstliche Intelligenz und Hardware wie Kamera-Sensoren vereinbart.

Die wichtigsten Gebiete der Zusammenarbeit sollen demnach Gaming und Unterhaltung sein. Das beginnt mit der einfachen Bereitstellung von Sonys Streaming-Inhalten über Microsofts Azure, geht über die gemeinsame Verbesserung der jeweiligen Streaming-Angebote und führt bis hin zur Entwicklung neuer Lösungen und Dienste für Spieler, Entwickler und Contentproduzenten auf Basis der Cloud-Plattform. Mit besonderer Spannung darf unter anderem erwartet werden, was diese Kooperation für Microsofts Cloud-Gaming-Dienst »xCloud« bedeuten wird. Dieser soll schon nach den bisherigen Plänen nicht nur ein Games-Abo sein, sondern auch die Möglichkeit bieten, Xbox-Spiele auf Smartphones und sogar Nintendos mobiler Konsole Switch zu spielen.

Plötzlich rückt nun also selbst das bisher völlig undenkbare in den Bereich des Möglichen, dass eines Tages auf ähnlichem Wege auch Playstation-Spiele auf die Xbox kommen könnten und umgekehrt, oder die beiden verfeindeten Welten sogar zusammenwachsen. So verrückt das im ersten Moment auch klingen mag, so deutlich zeigt es gleichzeitig auch, wie wichtig und klug der Schritt langfristig ist. Denn wenn sich Cloud-Gaming wirklich durchsetzt, wird die Hardware dereinst sowieso kaum noch eine Rolle spielen. Dann könnte die Allianz aus Microsoft und Sony von ihrer tiefschürfenden Erfahrung und den guten Kontakten zu den Games-Entwicklern profitieren und sich daraus einen Vorteil gegenüber den Neueinsteigern Amazon und Google verschaffen.

Kommentare (1) Alle Kommentare

Antwort von Ulrich Binnen , 06:36 Uhr

Schlechtes Übersetzungsprogramm? Nicht vor Veröffentlichung gelesen? Peinlich!