Elektromobilität: Bosch präsentiert intelligente Zapfsäule

Das E-Auto handelt den besten Preis mit der Ladesäule aus und das Parkhaus rechnet ohne Zutun des Fahrers die Parkzeit ab. Für diese Zukunfts-Szenarien erprobt Bosch derzeit neue Technologien.

(Foto: mmphoto - Fotolia)

Der Automobilzulieferer Bosch hat am Mittwoch den Prototyp einer intelligenten Ladesäule für elektrische Autos vorgestellt. Gemeinsam mit dem Energieversorger EnBW will das Unternehmen den Ladeprozess und den Service rundherum damit deutlich vereinfachen. Die Suche nach der nächsten Ladestation, die Reservierung und das Bezahlen sollen so ohne Zutun des Kunden laufen.

Auf Basis einer von Bosch entwickelten Software kann dabei das Fahrzeug in Echtzeit mit der Ladestation den Preis aushandeln. Zudem lässt sich je nach Verfügbarkeit Strom aus erneuerbaren Energiequellen wählen. Der Bezahlvorgang soll vollautomatisch ablaufen, ohne dass der Kunde Bargeld oder eine Karte zücken muss. Spielplätze oder Cafés in der Nähe soll die intelligente »Zapfsäule« ebenfalls anzeigen.

Kostenpflichtiges Parken könnte nach den Vorstellungen von Bosch künftig ebenfalls intelligent und automatisch ablaufen. In einem Projekt gemeinsam mit Siemens erprobt das Unternehmen ein Managementsystem, bei dem die Fahrzeuge direkt mit umliegenden Parkplätzen kommunizieren. Passiert ein Fahrzeug eine Parkschranke, kann es automatisch identifiziert werden, die Gebühren können über eine virtuelle Geldbörse abgebucht werden.

Die Grundlage beider Projekte bildet dabei eine bei Bosch entwickelte Blockchain-Technologie, eine sogenannte Distributed-Ledger-Technik (übersetzt etwa: verteilte Konten). Dabei werden die Daten sicher auf vielen verschiedenen Servern gespeichert und verbunden. Technologie und Vertrauen seien Schlüsselfaktoren für diese Lösungen, sagte Technik-Chef Michael Bolle. Bosch habe dabei auch nach Alternativen zu den großen Plattformanbietern wie Amazon gesucht.

Übersicht