Restrukturierung drückt auf die Bilanz: SAP schreibt trotz zweistelligen Wachstums Verluste

Der angekündigte Umbau bei dem Softwarekonzern sorgt für Unruhe in der Belegschaft - und hinterlässt tiefe Spuren in der Quartalsbilanz. Dennoch sprüht SAP-Chef Bill McDermott vor Optimismus. Die Aktie steigt auf ein Rekordhoch.

(Foto: Andreas Dumont)

Das Geschäft von SAP brummt - dennoch haben hohe Kosten für den laufenden Personalumbau den Softwarekonzern zum ersten Mal seit langer Zeit in einem Quartal ins Minus gedrückt. Auf das Gesamtjahr gesehen werde SAP aber schwarze Zahlen schreiben, versicherte Finanzchef Luka Mucic am Mittwoch in Walldorf. Zudem kündigte SAP eine deutliche Steigerung der Profitabilität in den kommenden fünf Jahren an und hob den Ausblick für das Tagesgeschäft an. An der Börse kam das gut an: Die Aktie des wertvollsten deutschen Dax-Konzerns stieg um 8,6 Prozent auf ein Rekordhoch von 110,60 Euro.

Zunächst kostet der angekündigte Personalumbau hin zu Zukunftsfeldern aber wie erwartet Geld. Der Softwarekonzern hatte im Januar angekündigt, in diesem Jahr rund 4.400 Mitarbeiter umzuschulen, auf andere Positionen zu versetzen und auch mit Abfindungen in den Vorruhestand zu schicken, damit die Firma mit den Veränderungen in der Technologiebranche mithalten könne. Bis Anfang Mai können sich Beschäftigte noch für das Abfindungsprogramm anmelden. Bei dem letzten Programm dieser Art im Jahr 2015 hatten sich deutlich mehr Mitarbeiter gemeldet, als zunächst erwartet.

Trotzdem soll die Mitarbeiterzahl in diesem Jahr weiter steigen. Zuletzt hatte SAP dank der jüngsten Übernahmen rund 98.700 Beschäftigte, kommendes Jahr könnten es nach den Worten von Vorstandschef Bill McDermott 105.000 sein. Dennoch brachte das Programm offenbar Unruhe in den Konzern. Um den Mitarbeitern ein Gefühl von Sicherheit zu vermitteln, hatten Betriebsrat und Geschäftsführung jüngst eine Beschäftigungssicherung ausgehandelt.

Übersicht