Fotoplattform plant Börsengang: Pinterest gibt 750 Millionen Dollar für Cloud-Services von AWS aus

Pinterest will an die Börse und hat die entsprechenden Unterlagen bei der Börsenaufsicht eingereicht. Die zeigen: Userzahlen und Umsatz wachsen schnell, noch schreibt man aber rote Zahlen. Und ein großer Umsatzanteil geht an AWS.

Pinterest auf einem iPad
(Foto: Pinterest)

Die Fotoplattform Pinterest hat bei der US-Börsenaufsicht SEC die Unterlagen für einen Börsengang eingereicht. Darin finden sich zwar keine Angaben zum geplanten IPO-Zeitpunkt und dem anvisierten Ausgabekurs der Aktien, wohl aber zur Entwicklung des Unternehmens in den vergangenen Monaten. So kletterte der Umsatz 2018 um 60 Prozent auf 756 Millionen Dollar, die Nutzerzahl stieg auf 265 Millionen. Allerdings wird noch kein Gewinn erwirtschaftet, doch zumindest schrumpfte der Verlust im letzten Jahr von 130 auf 63 Millionen Dollar.

Einen großen Teil seines Umsatzes gibt das 2008, damals noch unter dem Namen Cold Brew Labs gegründete Unternehmen für Infrastruktur- und Infrastrukturdienste aus. Interessant ist vor allem ein im Mai 2017 mit Amazon Web Services geschlossener Vertrag, der in den Unterlagen aufgeführt wird. Demnach hat sich Pinterest verpflichtet, bei AWS bis zum Juli 2023 Cloud-Services im Wert von mindestens 750 Millionen Dollar zu beziehen. Sollte man das nicht tun, muss man die Differenz dennoch zahlen. Dass dazu tatsächlich kommt, ist derzeit allerdings eher unwahrscheinlich: Mehr als 300 Millionen Dollar wurden bereits für AWS-Dienste ausgegeben; zum Ende des vergangenen Jahres lag das Restvolumen des Vertrags noch bei 441 Millionen Dollar.

Bemerkenswert ist der Deal auch unter dem Gesichtspunkt, dass Pinterest 2016 noch einen Umsatz von weniger als 300 Millionen Dollar verzeichnete und sich kurz darauf verpflichtete, über sechs Jahre durchschnittlich jeweils 125 Millionen Dollar für AWS-Dienste auszugeben.