Kartellbeschwerde wegen App Store: Kaspersky wirft Apple Behinderung von Drittanbietern vor

Kaspersky muss einige Funktionen aus einer App entfernen, nachdem Apple die Vorgaben im App Store verändert hat. Damit missbrauche das Unternehmen seine Marktmacht, bemängelt der Security-Hersteller, sei doch der Store der einzige Vertriebsweg für iOS-Apps.

Kaspersky-Zentrale in Moskau
(Foto: Kaspersky)

Kaspersky hat bei der russischen Wettbewerbsbehörde FAS eine Beschwerde gegen Apple eingereicht. Darin wirft man dem US-Hersteller vor, seine Marktmacht zu missbrauchen, um den Wettbewerb im App Store zu behindern. Anlass für die Beschwerde sind im vergangenen Jahr vorgenommene Änderungen an den Regeln für App-Anbieter, die den Einsatz von Konfigurationsprofilen verbieten. Über diese können Systemeinstellungen geändert werden, was sich natürlich auch missbrauchen lässt, bis vor kurzem für Apple aber kein Problem zu sein schien. Erst seit Apple mit »Screen Time« ein Feature eingeführt hat, mit dem sich die Zeit, die in Apps und auf Websites verbracht wird, erfassen und beschränken lässt, geht der Konzern gegen verschiedene Kindersicherungsapps vor.

Eine solche ist auch »Safe Kids« von Kaspersky. Aus der müsste der russische Hersteller nun zwei Funktionen ausbauen, damit sie wieder für den App Store zugelassen wird: die Reglementierung, welche Apps Kinder auf dem Gerät benutzen dürfen, und die Sperre für Browser, durch die Kinder den in Safe Kids integrierten Browser nutzen müssen, der nicht-kindgerechte Inhalte sperrt. Beides seien Schlüsselfunktionen, betont Kaspersky.

Im Prinzip habe Apple mit Screen Time eine eigene Kindersicherung in iOS eingeführt und nutze nun seine Position als Plattformbetreiber, um zu verhindern, dass andere Entwickler zu denselben Bedingungen wie Apple arbeiten können, so Kaspersky. Dadurch werde der Markt für Kindersicherungsapps stagnieren und sich in Richtung eines Monopols bewegen. »Das Problem ist, dass Apple keine anderen Software-Marktplätze für iOS zulässt und so effektiv den einzigen Kanal zur Bereitstellung von Apps kontrolliert.«

Kaspersky zufolge wurde Apple mehrmals kontaktiert, es seien jedoch keine ernsthaften Gespräche zustande gekommen. Das Problem betreffe auch die Anbieter ähnlicher Apps wie »AdGuard« und »Kidslox«. Auch auf die Beschwerde von Spotify bei der EU-Kommission verweist der Hersteller, denn auch die zeige, dass Apple sein Monopol nutze, um die eigenen Services zu bevorzugen.