»Massive« Investitionen in den Partner-Channel von Google Cloud: Google Cloud greift an

Lange hat Google Hyperscalern wie AWS und Microsoft Azure das Feld überlassen. Jetzt aber schaltet Google in den Kampfmodus. Mit Bernd Stopper setzt Google in DACH auf einen erfahrenen Manager mit Channel-DNA. Doch wie viele Freiheiten hat ein Statthalter eines US-Konzerns hierzulande?

Google-Distribution kommt

CRN: Wie werden diese Partner betreut?
Stopper: In unserer Channel-Organisation sind drei Job-Profile in unterschiedlichen Funktionen für unsere Partner zuständig. Partner Development Manager erstellen mit den Partnern Business-Pläne und identifizieren gemeinsam mit ihnen neue Potenziale. Partner Sales Manager bilden die Brücke zwischen Vertrieb und dem Partnergeschäft und sollen die Partner in die Projekte reinholen. Schließlich die Business Develop Manager, die sich darum kümmern, wen Google als nächste Partner gewinnen kann. Daneben unterstützen wir unsere Partner auch mit Marketing-Maßnahmen, gemeinsamen Events und in der PR.

CRN: Wie groß ist Ihre Partnerorganisation?

Stopper: Eine Zahl, die ich Ihnen jetzt sage, wäre faktisch sofort veraltet (lacht). Denn wir wachsen aktuell massiv. Letztes Jahr haben wir die Anzahl der Mitarbeiter in unserer Partnerorganisation für Deutschland, Österreich und die Schweiz verfünffacht.

CRN: Wie hoch sind die Hürden der Zertifizierung, wenn man Google-Cloud-Partner sein möchte?

Stopper: Wir legen sehr großen Wert auf eine gute Ausbildung, unterstützen unsere Partner hier aber auch mit Schulungen und entsprechenden Zertifizierungen. Wir sehen auch einen hohen Bedarf im Markt an sehr gut ausgebildeten und zertifizierten Mitarbeitern: In der aktuellen Gehaltsstudie von Global Knowledge liegt der Google Architekt an der Spitze, er ist quasi als Neueinsteiger direkt auf dem ersten Rang gelandet. Es lohnt sich also auf Qualität zu setzen.

CRN: Es könnte sich auch lohnen, die Distribution einzubinden, noch aber zögert Google, während Ingram Micro hierzulande bereits AWS-Spezialisten sucht. Ist der Distributionskanal für Google ein Thema?

Stopper: Stand heute arbeitet Google noch nicht mit der Distribution zusammen. In Zukunft können Distributoren aber ein wichtiger Faktor werden, nicht nur in der Aus- und Weiterbildung für unsere Partner, sondern auch im Partnermanagement. Wir klopfen hier aktuell den Markt ab und prüfen intensiv die Möglichkeiten.

CRN: In den USA mit den Broadlinern, vermuten wir. Oder sprechen sie auch hierzulande mit kleineren VADs? Die überraschen im Channel ja seit Jahren immer wieder mit neuen Herstellern und deren innovativen Softwarelösungen.



Stopper: Wir loten den Markt aus und führen auf allen Ebenen Gespräche – mit den global agierenden, aber auch lokalen Distributoren. Sobald wir hier einen guten Überblick haben, werden wir entscheiden.

CRN: Noch in diesem Jahr?

Stopper: Anfang April steht die Google Cloud Next in San Francisco an, dort präsentieren wir traditionell einige Neuigkeiten und Announcements.

CRN: Und werden einen ersten Distributionsvertrag bekannt geben?

Stopper: Schauen wir mal.

CRN: Wie sieht die Handlungsfreiheit eines Channel-Statthalters beim »Startup« Google hierzulande aus?

Stopper (lacht): Wir befinden uns im Aufbau eines Channels, für den ich in Deutschland, Österreich und der Schweiz eine extrem hohe Autonomie in Anspruch nehmen kann. Ich habe hier viel Gestaltungsspielraum. Wir können einerseits auf starke globale Strukturen aufbauen und uns international austauschen, andererseits agieren wir lokal mit hoher Flexibilität und Agilität. Das ist ein großer Vorteil, den ich bereits eingangs erwähnt habe: Google verbindet das Beste aus zwei Welten.

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