Kundenverhalten im Wandel: Mobil-Shopper bringen Zalando ins Schwitzen

Wer Mode kauft, soll an Zalando so wenig vorbei kommen wie manche Musik- und Filmfreunde an Spotify und Netflix - so das Langfrist-Ziel des Online-Händlers. Kurzfristig gibt es andere Herausforderungen.

Plattform-Strategie als Antwort

Effizienter soll der Paketversand insgesamt auch durch die Plattform-Strategie von Zalando werden, der Direktvermarktung von Modemarken über den Shop. Zalando bündelt deren Lieferungen mit den eigenen. 6,6 Milliarden Euro ließen die Kunden 2018 auf der Plattform aus. Dabei lag der Umsatz von Zalando selbst bei 5,4 Milliarden Euro und damit 20 Prozent höher als im Vorjahr.

Was der Konzern mit der Plattform bezweckt: Wer an Fashion denkt, soll zuerst an Zalando denken. Das Netflix oder Spotify des Modehandels zu werden, das schwebt dem Vorstand vor. 2019 will Zalando den eigenen Umsatz wieder um gut 20 Prozent steigern. Das Plattformgeschäft soll sich in fünf Jahren verdreifachen.

In Berlin präsentierte Zalando am Donnerstag seine neue Zentrale. In den Neubau in Friedrichshain sollen demnächst 2.400 Beschäftigte einziehen. Insgesamt arbeiten in der Hauptstadt gut 6.000 Frauen und Männer für das 2008 gegründete Unternehmen. Europaweit sind es 15.600 Beschäftigte, gut 500 mehr als vor einem Jahr.

Der dreiköpfige Vorstand mit den Chefs Ritter, David Schneider und Robert Genz wird nun erweitert - um den langjährigen Zalando-Manager David Schröder als Finanzchef und für die Technik den Informatiker Jim Freeman, der 2018 von Amazon kam. Schneider sagte, Zalando fördere Frauen in Führungspositionen. Für diese Rollen seien Schröder und Freeman aber die besten Kandidaten.

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