SAP-Vorstand Leukert scheidet aus: Glänzende SAP-Karriere mit Schatten

In seinem Ressort Digital Business Services hat er unter anderem SAP Hana zum nicht unumstrittenen Erfolg geführt, nun nimmt Bernd Leukert nach einem Vierteljahrhundert bei Europas größtem Softwarehersteller seinen Hut.

Nach 25 Jahren bei SAP ist Bernd Leukert mit sofortiger Wirkung bei Europas größtem Softwarehersteller ausgeschieden.
(Foto: SAP)

Intelligente Maschinen sollen so arbeiten, dass sie den Menschen dienen anstatt mit ihnen zu konkurrieren, sagte kürzlich Bernd Leukert. Es läge an uns allen, »die technologischen Fortschritte zu nutzen, um die größten Herausforderungen der Welt zu bewältigen und sie zu unseren größten Chancen zu machen«. Diese Industrierevolution treibt SAP unter seinen Vorständen für Digital Business Services. Nun gehen der Softwareriese und Bernd Leukert getrennte Wege: Nach 25 Jahren verlässt der Manager SAP mit sofortiger Wirkung. Man habe sich einvernehmlich vom 52-jährigen Manager getrennt, gab SAP bekannt.

Kollege Michael Kleinemeier, mit dem er sich das für SAP wichtige Ressort teilte, bleibt bis Ende 2020, so lange hat der Aufsichtsrat seinen Vertrag verlängert.
Von Aufsichtsratschef Hasso Plattner gab es viel Lob für den ausgeschiedenen Manager. Er habe »viel zum Erfolg der SAP beigetragen« und sich bei Themen wie Geschäftsanwendungen, Industrie 4.0 und Digitalisierung einen »ausgezeichneten Ruf in der Technologiebranche« erworben.

Unter Leukerts Ägide fiel der Start von SAP S/4Hana, ein nicht unumstrittenes Erfolgsprodukt, da Vorwürfe wegen Verletzung von Urheberrechten und Kartellrecht laut wurden. Vergangenes Jahr zog der amerikanische Datawarehouse-Spezialist Teradata vor ein US-Gericht und verklagte SAP auf Geheimnisverrat. SAP habe Teradata mit einem »angeblichen Joint Venture geködert«, um »wertvolles geistiges Eigentum zu erhalten«. Die Klage hatte hohe Wellen in der Wirtschafts- und Fachpresse (CRN berichete) geschlagen. SAP wies die Vorwürfe indes zurück.

Die Deutschsprachige SAP-Anwendergruppe DSAG sieht das Ausscheiden von Leukert im Zusammenhang mit der kürzlich verkündeten Restrukturierung und sorgt sich um die Kontinuität, wenn Tausende von SAP-Mitarbeitern das Angebot von SAP wahrnehmen, den Konzern zu verlassen.

Man habe »Verständnis für die Umstrukturierungen«, das Wissen um die bestehende Produktpalette aber »muss unbedingt erhalten bleiben«, sagt Marco Lenck, DSAG-Vorstandsvorsitzender. »Wir hoffen, dass dieses Know-how trotz des Weggangs von Mitarbeitern nicht verloren geht.« Leukert habe immer ein offenes Ohr für die Belange der Kunden und damit für die DSAG gehabt, so Lenck.