Systemhaus auf rasantem Wachstumskurs: Netgo macht »R-Evolution« in eigener Sache

Kleine Schritte gehen, die Dinge sich entwickeln lassen, dafür scheint jetzt nicht die Zeit zu sein. Fast getrieben wirken die Netgo-Gründer Kisner und Kruse vor lauter Wachstumschancen für ihr Systemhaus.

Auch räumlich expandiert Netgo, hier wird das Basecamp am Firmensitz in Borken entstehen.
(Foto: Netgo)

Downsizing ist für Systemhaus-Chefs ein probates Mittel, wenn sie sehen, dass ihr Unternehmen personell zu schnell wächst, die Strukturen und Führungsebene zeitgleich aber nicht angepasst werden. In der Vergangenheit haben daher einige Geschäftsführer, die von rund 15 auf mehr als 30 Mitarbeiter gewachsen sind, wieder zurückgebaut. 15 bis 20 Mitarbeiter scheint so eine Grenze für die Führung eines IT-Hauses zu sein, die ein Geschäftsführer, meist der Systemhausgründer, noch alleine bewältigen kann. Nicht jeder will und kann den seit Jahren anhaltenden Wachstumsboom in der Systemhausbranche für eine Expansion nutzen. Das Gegenteil von Downsizing und bewusster Limitierung sind Benedikt Kisner und Patrick Kruse.

Der Tag müsste wohl 30 Stunden haben und selbst das wäre den beiden Gründern der Systemhausgruppe Netgo zu wenig, um all die Chancen anzupacken, die sie derzeit im IT-Markt sehen. »Stillstand zu verwalten, ist nicht unser Ding«, so ist die neueste Pressemitteilung der Netgo betitelt. Es geht darin noch nicht einmal um Wachstum, denn ein Plus zwischen zehn und zwanzig Prozent schaffen viele andere Systemhäuser derzeit auch. Kisner und Kruse wollen mehr: Zügige Expansion, organisch, vor allem aber durch Akquisitionen.

2018 legte die Unternehmensgruppe beim Umsatz um 50 Prozent auf 67 Millionen Euro zu, die Zahl der Mitarbeiter erhöhte sich um ein Drittel von 220 auf 320 Angestellte, die an den bundesweit 18 Standorten und den Niederlanden für Netgo und sieben unter anderen Firmennamen auftretenden Tochtergesellschaften tätig sind.

Besonders eng ist der Schulterschluss der Gruppe aus Borken/Westfalen mit HPE (Platinum-Partner) und Hewlett-Packard. Mit der Netgo und die zur Gruppe zählende Bükotec und Computech hat Hewlett-Packard in Deutschland nun die ersten drei Healthcare-Lösungspartner zertifiziert. Neben Bükotec kaufte Netgo 2018 auch die Contenit und SAM Now. Weitere Gelegenheiten zum Zukauf werden Kisner und Kruse auch dieses Jahr nutzen. »Schnell und agil zu sein, ist Teil unserer DNA. Wir werden 2019 deshalb unsere hohe Innovationskraft einmal mehr unter Beweis stellen und sind mit einem Top-Team vielseitig aufgestellt.«

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