Zerschlagung des Daten-Kartells: Kartellamt schränkt Facebook massiv ein

Das Bundeskartellamt betritt juristisches Neuland mit der Verknüpfung von Datenschutz und Wettbewerbsaufsicht. Facebook missbrauche mit der Sammlung und Verknüpfung von Daten aus anderen Websites und Apps seine marktbeherrschende Stellung. Das Online-Netzwerk wehrt sich.

»Lock-In« im sozialen Netzwerk

Facebook hat in Deutschland nach jüngsten Angaben zufolge rund 32 Millionen mindestens einmal im Monat aktive Nutzer, 23 Millionen greifen täglich auf den Dienst zu. Das Online-Netzwerk argumentiert, 40 Prozent der Nutzer sozialer Medien verwendeten Facebook gar nicht, das habe auch das Bundeskartellamt selbst festgestellt.

Das Kartellamt begründet seine Einschätzung der Marktbeherrschung unter anderem mit »Netzwerkeffekten« - wo viele Nutzer sind, zieht das mehr Nutzer an. Außerdem gibt es den sogenannten »Lock-In« - es ist schwer, einen Dienst zu verlassen, wenn es keine Alternativen gibt.

Facebook gibt zudem zu Bedenken, die auf fremden Websites erhobenen Daten würden auch genutzt um gefälschte Accounts zu entdecken oder um Konten zu sperren, die im Zusammenhang mit Terrorismus, Kindesmissbrauch, oder der Manipulation von Wahlen stünden. Der Austausch von Daten zwischen verschiedenen Diensten des Facebook-Konzerns sei wiederum nötig, um sie überall zu löschen.

Daten, die bei der Nutzung von Facebooks Kern-Plattform selbst anfallen, sind bisher ausdrücklich nicht Gegenstand der Untersuchung des Kartellamts.