Wachstum mit Azure, Surface und Office 365: Microsoft enttäuscht mit guten Zahlen

Trotz guter Zahlen in fast allen Bereichen konnte Microsoft im vergangenen Quartal die hohen Erwartungen der Analysten nicht ganz erfüllen. Das liegt jedoch vor allem an einer generellen Abschwächung des Wachstums im Cloud-Geschäft.

Obwohl Microsoft-Chef Satya Nadella gute Zahlen vorlegen konnte, zeigten sich einige Analysten und Anleger enttäuscht
(Foto: Microsoft)

Während zahlreiche andere ITK-Größen wie Samsung und Apple im Jahresendquartal mit teils drastischen Einbrüchen zu kämpfen hatten, konnte Microsoft seinen Umsatz um rund zwölf Prozent auf 32,5 Milliarden US-Dollar steigern. Der erzielte Gewinn von 8,4 Milliarden Dollar lag sogar deutlich über dem Vergleichswert aus dem Vorjahr, in dem Microsoft aufgrund hoher Kosten im Rahmen der US-Steuerreform einen Verlust von rund sechs Milliarden Dollar verbucht hatte. Trotz dieser guten Leistung verpasste der Konzern damit im Q2 seines Finanzjahres knapp die hochgesteckten Erwartungen der Analysten und enttäuschte somit auch einige Anleger. Der Kurs der Aktie gab nach Bekanntgabe der Zahlen kurzzeitig um etwas mehr als 2,5 Prozent nach, erholte sich allerdings schnell wieder.

Vor allem das Geschäft mit Server-Produkten und Cloud-Diensten entwickelte sich dabei – trotz eines Zuwachses von 24 Prozent – schlechter als von den Experten erwartet. Diese hatten insbesondere im Cloud-Kernbereich rund um Azure mit noch mehr Umsatz gerechnet. Nachdem sich der mit Azure erwirtschaftete Umsatz im Vorjahr noch fast verdoppelt hatte, wuchs er in den letzten drei Monaten 2018 nur noch um 76 Prozent.

Das liegt jedoch mehr am Gesamtmarkt als an Microsoft. Im Gegenteil konnte das Unternehmen hier sogar überdurchschnittlich zulegen und ist mit Azure inzwischen der zweitgrößte Anbieter hinter Amazon AWS und noch vor Google. Der Umsatz mit Office-Produkten für Unternehmen wuchs um elf Prozent, maßgeblich angetrieben von um 34 Prozent größeren Umsätzen mit Office 365.

Auch in anderen Bereichen lohnt sich die von Konzernchef Satya Nadella vorangetriebe breitere Aufstellung des einst reinen Software-Unternehmens. So legte etwa der Umsatz des zugekauften Karrierenetzwerks LinkedIn um 29 Prozent zu. Mit Suchmaschinenwerbung in Bing konnte Microsoft 14 Prozent mehr Umsatz generieren als im Vorjahr. Und auch Microsofts Hardware verkaufte sich im Jahresendgeschäft wieder gut. Bei den Geräten der Surface-Familie stand am Ende ein Plus von 39 Prozent. Der Bereich Gaming legte trotz deutlich gesunkenen Xbox-Verkaufszahlen (minus 19 Prozent) insgesamt um acht Prozent zu. Leicht rückläufig war zudem auch der Umsatz im OEM-Geschäft mit Windows.