Vorläufige Bilanz 2018: Cancom sieht sich auf Kurs

IT-Dienstleister Cancom steigert den Jahresumsatz um knapp ein Fünftel auf 1,37 Milliarden Euro. Der stärkere Fokus auf eigene Cloud-Lösungen wie der AHP Enterprise Cloud zahlt sich allmählich aus.

»Wir investieren verstärkt aktuelle Profite in die margenstarken Zukunftsthemen«, sagt Cancom-CEO Thomas Volk

Ausgerechnet im für Systemhäuser traditionellen Schlussquartal bleibt Cancom leicht hinter dem Gesamtwachstum für 2018 zurück. Dennoch sorgt eine erste positive Reaktion der Privatbank Hauck & Aufhäuser auf die vorläufigen Zahlen dafür, dass die Cancom-Papiere heute mit einem Plus in die neue Börsenwoche starten. »Buy« und ein Kurszsziel von 55 Euro von Analyst Tim Wunderlich sorgen für Nachfrage im Xetra-Handel.

Cancom konnte den Umsatz 2018 um 18,1 Prozent auf 1,37 Milliarden Euro steigern. Das für Cancom-CEO Thomas Volk relevante Ebitda kletterte deutlich auf 114,1 Millionen Euro – ein Plus von 23,2 Prozent. Die bereinigte Marge beträgt 8,3 Prozent. Dieser Wert, über den Bechtle-CEO Thomas Olemotz mit Blick auf den Rivalen aus München einst sagte, es sei die »Kennzahl der Schwachen«, zeige die Entwicklung der operativen Leistungsfähigkeit der Cancom-Gruppe im Vergleich zum Vorjahr, »da Sonderinvestitionen und Akquisitionsnebenkosten berücksichtigt sind, denen keine vergleichbaren Ausgaben im Jahr 2017 gegenüberstanden«, stellt Cancom-CEO Volk klar.

Der Wechsel an der Spitze bei Cancom im vergangenen Oktober steht im Zeichen eines Umbruchs. Cancoms neuer CEO Thomas Volk kann auf einen weiter steigenden Erlös im klassischen Systemhausgeschäft aufbauen. Entscheidend ist für den Nachfolger von Unternehmensgründer Klaus Weinmann allerdings der rasche Ausbau von Managed Services und erst recht der Aufbau des Softwaregeschäfts mit Cancoms AHP Enterprise Cloud. »Wir investieren verstärkt aktuelle Profite in die margenstarken Zukunftsthemen«, sagt der CEO.

Investiert hat Volk in Personal, unter anderem ist im März 2018 JP Gotter als SVP Global Sales & Marketing Cancom Software Group von Dell EMC zu den Münchnern gestoßen. Sein Team soll der AHP Enterprise Cloud weltweit zum Durchbruch verhelfen. Auf Kundenmessen wie zuletzt auf der Discover von HPE in Madrid stellte Cancom sein Produkt als moderne Workplace-Lösung vor. Hersteller HPE, aber auch Broadliner Also vertreiben AHP. Weitere Partnerschaften, auch mit anderen Systemhäusern, sind denkbar. Ein spezielles Partnerprogramm soll den Vertrieb ankurbeln.

Den vollständigen Geschäftsbericht und die Prognose für 2019 hat Cancom für den 28.März 2019 angekündigt.