Flaschenhals »letzten Meile«: Internet-Handel will Grundversorger werden

Nach mehreren Jahren mit zweistelligen Wachstumsraten macht der Internet-Handel rund ein Siebtel des deutschen Einzelhandels aus. Die Branche sieht sich auf dem Weg zum Grundversorger - trotz einiger Probleme.

Kritik: Von Arbeitsbedingungen bis Umwelt

Die Branche setzt sich verstärkt mit Kritik am zunehmenden Internet-Handel auseinander und will Themen wie Umwelt, Nachhaltigkeit und gesellschaftliche Verantwortung bearbeiten. So sei es nicht zutreffend, dass die Arbeitnehmer im Online-Handel, der überwiegend nicht tarifgebunden sei, weniger verdienten als im übrigen Einzelhandel.

»Es sind zum Teil andere Berufe, wir haben keine Verkäufer und Kassierer«, sagte Wenk-Fischer. Vergleichbare Tätigkeiten würden jedoch ähnlich bezahlt, teils gar besser. »Der Arbeitsmarkt wandelt sich gerade zu einem Arbeitnehmer-Markt.« Die Unternehmen des elektronischen Handels beschäftigen rund 182.000 Mitarbeiter; das sind deutlich weniger, als es ihrem Umsatzanteil am Einzelhandel entspricht.

Für die Bezahlung und Arbeitsbedingungen der Zusteller sei nicht der Handel verantwortlich, sondern die Paketdienste, sagte Furchheim. Die Kosten für die Zustellung, die Gebühren je Paket, seien in den vergangenen Jahren stetig gestiegen. Was davon bei den Zustellern ankomme, liege nicht in der Hand der Händler. Bei allen Überlegungen, wie künftig die Waren ausgeliefert werden, ob über Sammelpunkte, Paketkästen in den Wohnhäusern oder autonom fahrenden Fahrzeugen: »Es bleibt ein zentrales Versprechen unseres Geschäftsmodells, dass die bestellte Ware dem Kunden nach Hause geliefert wird.«

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