Brexit auch problematisch für Raumfahrt: Esa setzt auf KI

Das neue Jahr bringt auch für die europäische Raumfahrt neue Herausforderungen. Das Durcheinander rund um den Brexit beschäftigt die Esa. Für 2019 stehen außerdem große Projekte an - dabei soll sich der Blick aus dem All noch mehr auf die Erde richten.

Beim Projekt Galileo muss Großbritannien teilweise ausgeschlossen werden

Ein ungeregelter Austritt der Briten aus der Europäischen Union könnte auch zu einer Herausforderung für die Europäische Raumfahrtagentur Esa werden. »Wir müssen Probleme angehen«, sagte Esa-Chef Jan Wörner am Mittwoch in Paris. Es sei unklar, wie mit für die Raumfahrt wichtigen Gütern verfahren werde, die in Großbritannien produziert und dann in die EU geliefert werden. »Weil wir nicht wissen, wie es ausgehen wird, müssen wir unterschiedliche Szenarien in Erwägung ziehen.«

»Wir haben nicht die Absicht, unsere Aktivitäten mit Großbritannien zu reduzieren«, betonte Wörner. Großbritannien habe bereits vor dem Referendum zugesichert, ein Esa-Mitgliedsstaat zu bleiben. »Und das ist gut so.« Es gebe allerdings Diskussionen, was das Satellitennavigationssystem Galileo betrifft. An dessen militärischer Komponente soll Großbritannien nach dem EU-Austritt nicht mehr teilhaben.

Für das Jahr 2019 erhofft sich die Esa auch weitere Fortschritte bei der Erdüberwachung. »Das Schlüsselwort ist hier "Gesundheitscheck" - wir überprüfen den Puls unseres Planeten«, so Wörner. Das soll auch mit Hilfe Künstlicher Intelligenz (KI) geschehen. Noch in diesem Jahr will die Esa einen Erdbeobachtungssatelliten starten, der mit KI ausgestattet ist. Sie soll entscheiden helfen, welche Daten erfasst werden. »Naturkatastrophen vorherzusehen - das wäre sehr schön, das können wir jetzt noch nicht«, sagte Wörner mit Blick auf langfristige Ziele.

Noch kein konkretes Projekt, aber eine Idee der Esa ist die automatische Navigation von Schiffen von einem Hafen zum anderen mit Hilfe von Raumfahrttechnologie. »In der maritimen Logistik kommen Erdbeobachtung, Telekommunikation und Navigation wieder zusammen«, erklärte Wörner. Ein solche Idee könnte durchaus relativ schnell realisiert werden und würde die Sicherheit auf hoher See erhöhen.