Systemhausverbund Kiwiko expandiert: »Schnellboot, das um die Tanker kreist«

Mittelständische Systemhäuser wollen und müssen nicht vor der steigendenden IT-Komplexität und dem Fachkräftemangel kapitulieren. Abschottung und Wettbewerbsdenke ist das Gegenteil von dem, was die Netzwerker der Genossenschaft Kiwiko auszeichnet.

Rund 60 Geschäftsführer samt Vertriebsverantwortliche trafen sich zum ersten Vertriebsmeeting der jungen Systemhausgenossenschaft Kiwiko in Kassel.
(Foto: Kiwiko)

Es ist schon paradox, wenn die Politologen und Sozialwissenschaftler Christoph Brüßel und Volker Kronenberg in ihrem Buch »Von der sozialen zur ökosozialen Marktwirtschaft« durchaus zu Recht vor einer Entpersonalisierung von Menschen durch Digitalisierung und Automation warnen und eben jene, die maßgeblich diese Plattformökonomie bei ihren Kunden bauen, genau das Gegenteil tun: Sich nämlich regelömäßig persönlich treffen, neudeutsch Networking betreiben. Geradezu mit Begeisterung und hohen Erwartungen tauschen seit einigen Jahren verstärkt Systemhäuser, IT-Dienstleister, Softwarehäuser und MSPs auf den Veranstaltungen der Kooperationen gegenseitig ihre Erfahrungen aus mit Technologien, Geschäftsmodellen und Kundenanforderungen.

Solche Events sind aber auch immer »Business-Parship«: Welchen Experten, welche Herstellerzertifizierung hat du, die ich nicht habe? Wo können wir uns mit Expertise ergänzen? Auch ganz konkrete Projekte, die zwei oder mehr Systemhäuser gemeinsam durchführen, werden dort angestoßen, bis hin zu Gedankenspielen, sich per Fusion stärker im Markt aufzustellen. Denn eines ist den meisten IT-Unternehmern mittlerweile klar: Abschottung und Platzhirschgehabe funktioniert nicht mehr. IT ist vielfältig und zudem höchst dynamisch geworden, als dass ein kleineres regionales Systemhaus alleine alle technologischen Themen und IT-Bezugsmöglichkeiten anbieten könnte.

Das erklärt auch, warum im eigentlich mit ITK-Kooperationen gut abgedeckten deutschen Systemhausmarkt noch Platz ist für weitere Netzwerk-Initiativen. Die 2016 gegründete Kiwiko e.G. kam also zur richtigen Zeit. Was mit zwölf Systemhausgenossen begann ist Stand heute beachtlich auf 40 Unternehmen gewachsen, die laut Vorstand Matthias Jablonski 1.200 Mitarbeiter repräsentieren.

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