Vertuschung sexueller Belästigungen: Aktionäre verklagen Alphabet-Führung

Der US-Internetriese Google gerät wegen Sexismusvorwürfen weiter unter Druck. Nachdem es bereits zu Mitarbeiterprotesten kam, klagen Aktionäre nun gegen den Verwaltungsrat des Mutterkonzerns Alphabet.

Mit sogenannten Walkouts haben im vergangenen Jahr Google-Mitarbeiter weltweit für besseren Schutz gegen sexuelle Diskriminierung protestiert
(Foto: Screenshot Twitter, Danila Sinopalnikov)

Der Verwaltungsrat des Google-Mutterkonzerns Alphabet ist wegen seines Umgangs mit sexueller Belästigung im Unternehmen und mit einem Datenleck von Aktionären verklagt worden. Dem Online-Riesen wird eine »Kultur der Verheimlichung« vorgeworfen, wie aus der am Donnerstag (Ortszeit) bei einem Gericht im kalifornischen San Mateo eingereichten Klageschrift hervorgeht. Stellungnahmen von Alphabet oder Google gab es zunächst nicht.

Im Oktober hatte ein Bericht der »New York Times« den Konzern erschüttert, laut dem Google schützend die Hand über Führungskräfte hielt, denen sexuelle Belästigung oder Nötigung vorgeworfen wurde. Die nun eingereichte Klage beschuldigt den Verwaltungsrat, 2014 und 2016 eine aktive Rolle bei diesen Vertuschungen gespielt zu haben. Zudem sei eine Panne beim gefloppten Online-Netzwerk Google Plus verschwiegen worden, durch die ein Nutzerdatenleck entstand.

Bei den Klägern handelt es sich um zwei US-Pensionsfonds. Ihre Anwälte wollen in dem Rechtsstreit beweisen, dass Google durch das Fehlverhalten des Verwaltungsrats Schäden in Höhe von »Hunderten Millionen Dollar« erlitten hat. Das sei etwa durch hohe Abfindungen für Manager geschehen, denen Belästigung vorgeworfen wurde. Die Anwälte fordern Schadenersatz für die Aktionäre und eine gerichtliche Anordnung, dass Alphabet und Google Unternehmensführung und interne Kontrollen zum Schutz von Mitarbeitern und Investoren verbessern.

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