Systemhaus Cema auf Expansionskurs: »Familiär und nicht fremdgesteuert«

Zusammenschluss zweier Starker, so begrüßt Cema-Vorstand Thomas Steckenborn die 50 Mitarbeiter der sysLogixx in der Cema-Gruppe. Beide Systemhäuser spüren angesichts der Transformation hin zu Cloud und Managed Services den Druck auf das klassische Projektgeschäft.

Machen künftig gemeinsame Sache: Troy Rass von sysLogixx und Thomas Steckenborn, Cema-CEO (rechts).
(Foto: Cema)

Der eine kauft den anderen und wie das bei einem solchen Deal üblich ist, tickt die Uhr nach einer kurzen Übergangsfrist fortan nach dem Takt des neuen Eigentümers. So laufen Firmenübernahmen ab und nicht selten wird das Diktat der neuen Gesellschafter den Mitarbeitern und der Öffentlichkeit gerne als Fusion verkauft. Wenn die Systemhausgruppe Cema AG anorganisch wächst, spricht Gründer und Vorstand Thomas Steckenborn lieber von »Zusammenschluss auf Augenhöhe« und »Bündelung der Kräfte«. Das hat damit zu tun, dass der 55-jährige Unternehmer grundsätzlich viel Respekt hat für unternehmerische Aufbauarbeit. Er kann die Leistungen anderer Systemhaus-Chefs wertschätzen und nicht zuletzt auch sehr offen über Rückschläge sprechen. Vor diesem Hintergrund klingt es plausibel, wenn Steckenborn im CRN-Gespräch den jüngsten Zusammenschluss der Cema mit sysLogixx auf die Gleichung bringt: »Aus eins uns eins machen wir gemeinsam drei«.

Hinter der Meldung, dass sysLogixx unter Gründer Troy Rass und seine rund 50 Mitarbeiter in Nürnberg und Hannover künftig als Teil der Cema-Gruppe agieren, steckt die massive Transformation des klassischen Systemhausgeschäfts, auf die viele Systemhäuser reagieren. Kräfte bündeln ist ein treffendes Stichwort: Beispielsweise um eine gute lokale und bundesweite Abdeckung aufzubauen.

An den beiden Standorten der sysLogixx hat es die in Mannheim beheimatete Cema probiert, aber einfach nicht die richtigen Geschäftsführer für den lokalen Aufbau an Bord gehabt. »Wir haben da Schiffbruch erlitten«, räumt Steckenborn unumwunden ein. Nun werden die Cema-Mitarbeiter in beiden Städten in die Räume der sysLogixx ziehen und gemeinsam die Kunden bedienen.

sysLogixx-Gründer Rass, nunmehr Mitglied in der Führungsmannschaft der Cema-Geschäftsführer, wird weiter Hannover leiten. Bastian Neubarth, der als Junior IT-Secialist Mitte 2014 bei der Cema in Nürnberg angefangen hat, übernimmt die Geschäftsführung in der Frankenmetropole. Der knapp 30-Jährige hatte sich im »High Potential-Programm« der Cema als Top-Führungskraft hervorgetan.

Steckenborn verlangt zwar viel, gibt im Gegenzug jungen tatkräftigen Talenten entsprechend viel Verantwortung. Nichts hasst der Cema-Chef mehr als jede unternehmerische Initiative erstickendes Command-and-Control, so wie viele Konzerne auch heute noch geführt werden.

sysLogixx, 2007 gegründet und zuletzt auf zuletzt zwölf Millionen Euro gewachsen, hat eine ähnliche Unternehmenskultur, »die identisch ist mit unserer«, sagt der Cema-Chef. Man sei in ähnlichen Geschäftefeldern unterwegs, bediene vorwiegend mittelständische Kunden und öffentlich Auftraggeber, habe »zu 70 Prozent die gleichen Herstellerbeziehungen«. Das bei der Cema boomende Cloud- und Managed-Service-Geschäft kommt sysLogixx zugute, denn eigene Investitionen in diese Bereiche werden durch den Zusammenschluss hinfällig. Außerdem betreibt Cema über seine Beschaffungslösung ein florierendes Produktgeschäft und stellt Kunden individuelle Bestellplattformen zur Verfügung. Bestellungen von Hardware, Software und Services lassen sich so beispielsweise nahtlos in ERP-Systeme von SAP integrieren. Das erhöht die Kundenbindung, hält das Systemhaus regelmäßig im Kontakt mit seinen Kunden. Zudem betreibt Cema einen 24x7-Service-Desk.

Die Kosten für den Aufbau solcher ausgefeilten Plattformen sowie ergänzender Service- und Logistikdienste sind erheblich. Als Teil der Cema-Gruppe wird sysLogixx sie ihren rund 1.000 Bestandskunden nun anbieten können.

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