Googles Browser-Monopol wächst weiter: Microsoft ersetzt Edge durch Chromium

Laut Insiderberichten will Microsoft seinem Browser Edge den Stecker ziehen. Stattdessen soll künftig eine Lösung auf Basis von Chromium in Windows 10 Einzug halten.

(Foto: Microsoft)

Der im Verbund mit Windows 10 eingeführte neue Microsoft-Browser Edge kommt nicht so recht vom Fleck. Obwohl er fester Bestandteil des Betriebssystems ist und von Fachleuten viel Lob für seine innovative Technologie ernten konnte, meiden die Nutzer ihn konsequent. Laut diversen Marktanalysten wie Netmarketshare liegt seine Nutzerquote auf Desktops und Notebooks bei unter fünf Prozent aller Webseitenbesuche, mit sinkender Tendenz. Sein nicht mehr unterstützter Vorgänger Internet Explorer wird hingegen noch mehr als doppelt so häufig eingesetzt. Ähnliches belegen auch die Statistiken auf unserer eigenen Webseite. Selbst von den Besuchern mit Windows 10 nutzen nur rund 17 Prozent auch Edge, während knapp 15 Prozent noch mit dem Internet Explorer surfen.

Insider aus Redmond berichten gegenüber amerikanischen Medien wie Windows Central, dass Microsoft deshalb jetzt offenbar die Reißleine ziehen will. Ihnen zufolge soll Edge voraussichtlich schon im nächsten Jahr durch einen neuen Browser ersetzt werden, der aktuell unter dem Codenamen »Anaheim« entwickelt wird. Statt die aufwendige eigene Rendering Engine EdgeHTML weiterzuentwickeln will Microsoft den Informanten zufolge dabei auf die Open-Source-Basis Chromium von Google Chrome zurückgreifen. Das scheinen auch Aktivitäten von Microsoft-Entwicklern zu bestätigen, welche die Open-Source-Community in den letzten Wochen im Umfeld von Chromium registriert hat. Ob der neue Microsoft-Browser damit einhergehend auch einen neuen Namen und ein neues Design erhält, geht aus den Berichten nicht hervor.

Auch wenn sich Edge bei den Nutzern nicht durchsetzen konnte, muss die Abschaffung von EdgeHTML für den Browsermarkt dennoch als bedauerlicher Rückschritt angesehen werden. Denn die schon heute übermächtige Dominanz der Google-Technologie wird damit noch weiter ausgebaut. Abgesehen von Firefox gibt es dann keine in ihrer Bedeutung ernst zu nehmenden Alternativen mehr. Immerhin ist selbst die Rendering-Engine von Apples Safari in ihrem Kern eng mit Chrome verwandt.