Deutschland ist bei Start-ups aufgewacht: IBM-Chef lobt wachsende Investitionsbereitschaft

Lange Zeit galt Deutschland als wenig attraktiv für Start-ups. Es fehlte unter anderem an Kapital. Das hat sich nach Einschätzung von IBM-Deutschlandchef Hartmann gewandelt. Doch alle Probleme sind damit nicht vom Tisch.

Deutlich wird das heute immer noch, wenn der US-Konzern bei wichtigen Projekten wie der Gesundheitsakte in Deutschland mitmischt. »Ich sehe nicht, dass wir uns in Deutschland zurückgezogen haben«, sagt Hartmann. Der Konzern hatte dieses Jahr angekündigt im deutschsprachigen Raum nach Jahren des Stellenabbaus in den kommenden drei Jahren rund 2.200 neue Mitarbeiter einzustellen. Deutschlandweit beschäftigt IBM nach Gewerkschaftsangaben noch etwa 12.000 Menschen - 2009 waren es noch 21.000. Ob durch die Neueinstellungen am Ende mehr Menschen für die IBM in Deutschland, Österreich und der Schweiz arbeiten, ließ Hartmann offen. Bei der Gewerkschaft Verdi ist man da trotz allen Lobes für den neuen IBM-Chef skeptisch. So verhandelt IBM beispielsweise nach wie vor mit dem IT-Dienstleister Bechtle über den Verkauf eines Teils der IBM-Dienstleistungssparte GTS.

Dennoch plant IBM in Deutschland auch wirtschaftlich keinen Schrumpfkurs: Der US-Konzern war 2018 nach schwachen Jahren ins Wachstum zurückgekehrt. »Das ist uns auch in Deutschland, Österreich und in der Schweiz gelungen«, so Hartmann - wie üblich ohne genaue Zahlen für das Deutschlandgeschäft zu nennen.

Der frühere GfK-Chef hatte zu Jahresbeginn die Leitung des IBM-Deutschlandgeschäfts von Martina Köderitz übernommen. Vor der GfK hatte Hartmann bereits Jahrzehnte für IBM gearbeitet. Seine Ägide: »Arbeit muss Spaß machen.« Sein Weg: »Wir loben wieder mehr.« Das spiegelt sich Hartmann zufolge messbar in der Zufriedenheit der Mitarbeiter wieder. Erreicht habe man das mit einfachen Mitteln: Seit einem halben Jahr werde jede Woche ein Projekt ausgezeichnet. »Und wir feiern Erfolge gemeinsam.«

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