Übernahme in der Software-Branche: Corel will offenbar Parallels kaufen

Durch zahlreiche Übernahmen hatte Corel in den vergangenen Jahren sein Software-Portfolio stetig ausgebaut. US-Medienberichten zufolge schnappt sich der Hersteller nun auch den Virtualisierungsspezialisten Parallels.

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In der Software-Branche zeichnet sich eine weitere Übernahme ab. Corel will offenbar Parallels kaufen. Die beiden Hersteller haben den Deal zwar noch nicht offiziell verkündet, doch wie Techcrunch erfahren hat, wurden die Parallels-Mitarbeiter bereits am Dienstag gebrieft. Die Übernahme soll wahrscheinlich im Dezember abgeschlossen und dann auch bekanntgegeben werden.

Die bekanntesten Produkte von Corel sind »Corel Draw« und »Word Perfect«, doch seit 2003 – als Corel von der Private-Equity-Firma Vector Capital gekauft wurde – gab es einige prominente Neuzugänge. 2004 wurde etwa der »Paint Shop Pro«-Hersteller Jasc übernommen. Es folgten 2006 der Multimediaspezialist Ulead, bekannt unter anderem durch »Video Studio« und »Photo Impact«, das für »WinDVD« bekannte Intervideo sowie Winzip. 2012 kam mit Roxio ein Anbieter von Authoring-Tools für digitale Medien und mit Pinnacle einer für Videoschnittsoftware hinzu.

Mit Parallels würde sich Corel nun einen Spezialisten für Virtualisierung, Application Delivery und VDI ins Haus holen. Der wurde 1999 gegründet und hat eigenen Angaben zufolge mehr als 800 Mitarbeiter. Das ursprünglich zum Unternehmen gehörende Service-Provider-Business wurde 2015 unter dem Namen Odin ausgelagert und zwischenzeitlich von Ingram Micro übernommen. Die Virtualisierungslösung »Virtuozzo« und die Server-Verwaltung »Plesk« sind seit dem vergangenen Jahr eigenständige Firmen.