Neue Business-Unit Cloudblue: Stille Cloud-Revolution bei Ingram Micro

500 Millionen US-Dollar investiert, jetzt soll die neue Business-Unit Cloudblue von Ingram Micro Früchte tragen. Die Plattformökonomie verändert nicht nur das klassische Verständnis eines Broadliners. Sie löst auch Wettbewerbsdenken alter Schule auf.

Disti-Todeszone

Zeichnet die Todeszone, in die klassische »Vollsortimenter« ohne Cloud-Strategie demnächst abrutschen würden: IM-Deutschland-Chef Alexander Maier
(Foto: CRN)

Das Hauptgeschäft macht Cloudblue derweil aber mit großen Telcos wie O2, Telenor oder Sprint, MSPs, aber auch Distributoren setzen auf Cloudblue, die auch den Marketplace von Ingram Micro hostet, wo mittlerweile 51.000 Reseller einkaufen. »Über 200 Provider betreiben unter ihrem eigenen Markennamen unsere Plattform«, sagt Gitter.

Alexander Maier ist davon überzeugt, dass klassische, noch sehr im breiten Volumengeschäft tätige Distributoren kaum überlebensfähig seien, wenn sie das auf Subskription basierende Cloud-Geschäft nicht zügig ausbauen. »Ihre Kostenstruktur gerät mit den weiter sinkenden Margen immer mehr in Schieflage«, zeichnet Maier eine sich vergrößernde »Todeszone« auf, in der solche Distributoren hineinrutschen, deren Kosten die Erträge übersteigen. Bis sie vom Markt schließlich ausscheiden.

Die Zukunft der Distribution, des Channels insgesamt, liegt im Vertrieb cloudbasierter Applikationen samt Lösungs- und Beratungskompetenz. Die Distributionsvereinigung GTDC geht unter Berufung auf Zahlen des Marktforschers Context davon aus, dass »der wolkenbezogene Vertriebsumsatz« 2020 bereits 34 Milliarden Euro übersteigen werde. »Es ist leicht zu vermuten, dass Distributoren und Lösungsanbieter tatsächlich eine enorme Chance haben, Einfluss darauf zu nehmen, wann, wo und wie Unternehmen Cloud-Lösungen implementieren und nutzen werden«, sagt GTDC-Chef Tim Curran.