Gymnasiallehrer sehen Nachholbedarf: Schulen verpassen die Digitalisierung

Ausgerechnet an den Bildungsstätten ist das wichtige Zukunftsthema Digitalisierung bisher noch nicht angekommen. Deshalb fordern die bayerischen Lehrer jetzt dringlich ein Umdenken bei den Verantwortlichen in der Politik.

Bayerns Gymnasiallehrer fordern mehr Unterstützung durch Fachkräfte bei der Digitalisierung von Schulen. »Wenn die Software klemmt oder das W-LAN-Netz zusammengebrochen ist, dauert es vielerorts mehrere Stunden oder sogar Tage, bis Abhilfe geschaffen ist«, erklärte der Bayerische Philologenverband (bpv) am Mittwoch in München. Im Rathaus oder im Finanzamt sei so ein Szenario undenkbar. »Das ist Gift für die Akzeptanz digitaler Medien in den Klassenzimmern.« Jedes Gymnasium brauche vor Ort eine eigene IT-Fachkraft für solche Aufgaben. Die Digitalisierung ist eines der Themen bei der Hauptversammlung des bpv, die am Donnerstag in Deggendorf beginnt.

Laut einer Umfrage des Verbandes helfen an vielen Schulen Lehrer bei der Systemadministration, »ohne zusätzliche zeitliche Ressourcen, also gleichsam in ihrer Freizeit«. Oft fehle auch die Zeit, etwa für Fortbildungen und die gestiegenen Anforderungen vor Ort. Zeit gebe es aber nur, wenn die personelle Ausstattung stimme. Die kommunalen Spitzenverbände und das Kultusministerium müssten endlich zu einer Einigung für ganz Bayern kommen, forderte der Verband.

Kommentare (1) Alle Kommentare

Antwort von BBE , 07:27 Uhr

Ein guter Anfang ware es auch in allen Bundesländern, wenn es zentrale Datenschutzbeauftragte gäbe und nicht jede Schule, auch Grundsculen mit einem 15 köpfigen Kollegium, einen eigenen Datenschutzbeauftragten stellen müssen.

Aber selbst in diesem wichtigen Punkt schlafen die Behörden oder versuchen einfach die Aufgabe delegieren zu können auf eine Personaldecke, die es nicht gibt.