Neue Fachmessen mit starkem Branchenfokus: Das kommt nach der CEBIT

Direkt nach dem Aus für die CEBIT hat die Deutsche Messe erste Einblicke gegeben, mit welchen Nachfolgeprojekten die wichtigen Digital-Themen künftig angesprochen werden sollen. Neben der Hannover Messe gehören dazu auch ganz neue Formate.

Der Abschied von der CEBIT soll neuen Formaten die Türen öffnen
(Foto: Deutsche Messe AG)

Nach genau 33 Jahren endet mit dem Jahr 2018 auch die Geschichte der CEBIT als eigenständige Messe. Wie die Deutsche Messe AG heute offiziell bekannt gab, wird es im nächsten Jahr keine CEBIT mehr geben. Bis zuletzt hatten die Verantwortlichen rund um den für die CEBIT verantwortlichen Vorstand Oliver Frese noch mit vollem Einsatz an der für die Woche vom 24. bis 28. Juni 2019 geplanten Veranstaltung gearbeitet und zuletzt unter anderem noch die Verlängerung auf fünf volle Messetage sowie einen neuen Ausstellerbereich angekündigt. Am Ende halfen jedoch alle Anstrengungen nichts und so zog der Veranstalter jetzt die Reißleine.

Hintergrund für diesen harten Schnitt ist laut der Deutschen Messe vor allem die stetig sinkende Zahl an Ausstellern und Besuchern. Selbst der mutige und viel gelobte Neuanfang mit deutlich verjüngtem Konzept und einem Dreiklang aus Messe, Konferenz und Festival in diesem Jahr konnte hier nicht die erhoffte Trendwende bringen. Nach Rekordzeiten in den 90er-Jahren mit fast 8.000 Ausstellern und einer Million Besuchern, kamen in diesem Jahr nur noch rund 120.000 ITK-Interessierte um sich an den Ständen der etwa 2.800 Aussteller zu informieren. Frese übernahm einhergehend mit der heute Verkündeten Entscheidung die Verantwortung dafür und bat das Aufsichtsratspräsidium um Entbindung von seinen Aufgaben zum 31. Dezember 2018.

»Wir bedauern, dass die Cebit 32 Jahre nach ihrer Erstauflage nicht mehr als eigenständige Veranstaltung stattfindet«, äußerte sich Bitkom-Präsident Achim Berg in einem ersten Statement zum Aus für die Leitmesse, betonte aber gleichzeitig sein Verständnis dafür, dass sich eine solche Veranstaltung auch rechnen müsse.

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Kommentare (2) Alle Kommentare

Antwort von Harald Reiche , 07:46 Uhr(von der Redaktion bearbeitet)

Bereits vor 6 Jahren hatte ich der Messe AG geschrieben, dass die CeBIT "stirbt". Nun ist es eingetreten. Schade trotzdem. Denn besonders im "Gläsernen Studio" der CRN war ich gerne zu Gast. Interessantere Interviewpartner waren nirgendwo auf der Messe zu finden. Schauen wir mal, wohin die Reise weiter geht…

Zum Kommentar von Andreas Weber: natürlich geht es um Wachstum und Gewinn. Ohne können weder Einzelhändler, Dienstleister, Reseller noch Veranstalter leben.

CRN-Zusatz:

Lieber Herr Reiche,

wir haben uns immer auf Hannover gefreut, nicht zuletzt um unseren treusten Gast im CRN-TV-Studio - nämlich Sie - Jahr für Jahr dort zu treffen.

Wehmut erfasst nun alle, die 20, manche sogar die vollen 32 Jahre lang, zur Cebit gefahren sind und bereits jetzt das Branchen- und Klassentreffen, den Austausch mit Kollegen, Fans und Lesern in Hannover vermissen. Das alles lässtich sich freilich ersetzen, denn an Events im Channel mangelt es ja nicht. Verloren hat vor allem der Digitalisierungs-Standort Deutschland!

Ich hätte der Cebit mehr Zeit für die Entwicklung neuer Formate gewünscht, aber genau das erlaubt die Dynamik unserer ITK-Branche nicht!

Ich würde micht sehr freuen, Sie und alle anderen Leser, Fans, Freunde der CRN auf einer unserer Veranstaltungen zu treffen.

Viele liebe Grüße aus Haar an Sie, lieber Herr Reiche - auch Sie bleiben mir als Teil positiver Cebitzeiten in guter Erinnerung!

Martin Fryba, CRN-Chefredakteur

Antwort von Andreas Weber , 08:37 Uhr

Sorry, das sind doch alles nur faule Ausreden! Es geht doch nur um Wachstum und Gewinn: Die einzige europäische und weltweit anerkannte IT-Messe verschwindet in den grossen Hälsen der Veranstalter.