Effizientere Produktion durch KI: Schott setzt auf Künstliche Intelligenz

Der deutsche Spezialglashersteller Schott steigt beim KI-Startup Nnaisense ein und erhofft sich durch dessen Technologie Vorteile für die eigene Produktion, Forschung und Entwicklung.

(Foto: nnaisense)

Mit Hilfe Künstlicher Intelligenz (KI) will der Spezialglashersteller Schott seine Produktionsprozesse optimieren. Dafür beteiligt sich das Mainzer Unternehmen nun an dem Start-up Nnaisense und hat dort fortan einen Sitz im Aufsichtsrat inne, wie das Unternehmen der Deutschen Presse-Agentur in Mainz mitteilte. Wie groß die Beteiligung ist, war zunächst nicht bekannt.

Schott verspricht sich, mit der Zusammenarbeit die Glasproduktion noch leistungsfähiger zu machen, wie Schott-Finanzvorstand Jens Schulte sagte. »Wir hoffen, durch KI noch mehr über Glas als Werkstoff zu lernen und neue Innovationen zu ermöglichen.«

Fortschritte könne es etwa bei den Abläufen in Schmelzwannen geben. In den Wannen, teilweise so groß wie ein Einfamilienhaus, wird Glas auf weit über 1.000 Grad erhitzt. Weil bei Spezialgläsern etwa für die Pharmabranche oder für Teleskope extreme Genauigkeit gefragt ist, muss exakt auf Luftzufuhr, Temperatur, Fließgeschwindigkeit und andere Parameter geachtet werden. Kameras und Sensoren erfassen laut Schott schon jetzt die Abläufe. Diese Daten sollen künftig mit KI ausgewertet werden, um Schmelzprozesse stabiler zu machen und die Glasausbeute zu erhöhen.

Hinter Nnaisense mit Sitz im schweizerischen Lugano und in Austin im US-Staat Texas steht unter anderem der bekannte KI-Experte Jürgen Schmidhuber, der auch wissenschaftlicher Direktor bei IDSIA ist, einem Schweizer Forschungsinstitut für KI. Im September hatte er etwa nach einer Diskussion mit der Spitze der CDU-Bundestagsfraktion in Berlin gesagt, der Ausbau der Künstlichen Intelligenz biete eine große Wirtschaftschance für den Maschinenbau in Deutschland.