Fujitsu Forum 2018 - das Ende einer Ära: Fujitsu beerdigt »Made in Germany«

Das Fujitsu Forum 2018 war überschattet von der Entscheidung, das Werk in Deutschland zu schließen. Fujitsu soll sich verstärkt auf Services konzentrieren. Hardware bleibe jedoch Kerngeschäft. Der Abzug der Produktion aus Europa eröffne dem Channel sogar neue Geschäftschancen, versprachen die Manager.

Das Aus für die Produktion in Deutschland war das Gesprächsthema auf dem Fujitsu Forum 2018
(Foto: Fujitsu)

Am Ende war kein Kunde bereit, für »made in Germany« auch mehr zu bezahlen – so das bittere Fazit von Rupert Lehner Head of Central Europe, EMEIA Products & Platform Enterprise Services bei Fujitsu, vor der Eröffnung des Fujitsu Forums. Fujitsus große Kunden- und Partnerveranstaltung in München war dieses Jahr überschattet von der kurz zuvor bekannt gegebenen Entscheidung, die Produktion in Augsburg bis Ende 2020 einzustellen (CRN berichtete).

Zusammen mit Vera Schneevoigt, die das Fujitsu-Werk in Augsburg verantwortet, erläuterte Lehner die Gründe für diese Maßnahme. Die globalen Rahmenbedingungen und der zunehmende Kostendruck hätten dem japanischen Hersteller letztendlich keine andere Wahl gelassen, so Schneevoigt. »Eine kostengünstige Produktion ist das A und O, um bei Commodity-Produkten eine gewisse Marge zu erzielen.« Und das gelinge Volumenhersteller mit einer Massenproduktion nun mal besser als einer Nischenproduktion.

Den Verweis auf Kunden aus dem öffentlichen Sektor, die wegen der deutschen Fertigung doch bevorzugt Fujitsu-Produkte gekauft hätten, konterte Lehner, der von 2002 bis 2007 für den Public Sector verantwortlich war: Das deutsche Ausschreibungsrecht erlaube keine Bevorzugung. Auch ein öffentlicher Auftraggeber müsse das wirtschaftlichste Angebot wählen. Bei Standard-Hardware gebe es zudem kaum Differenzierungsmöglichkeiten. Auch wenn Fujitsu höhere Qualitätsstandards und Servicelevels bieten konnte und auch in Zukunft bieten würde: »Letztendlich war kein Kunde bereit, für Technologie aus Augsburg auch mehr zu bezahlen.«