Wettrüsten zwischen SAP und Salesforce: SAP investiert Rekordsumme in Qualtrics-Übernahme

Gut sieben Milliarden Euro für ein Unternehmen mit einem Umsatz von nur rund 350 Millionen Euro: Der Walldorfer Softwareriese nimmt viel Geld in die Hand, um einen US-Konkurrenten in Schach zu halten.

(Foto: Andreas Dumont)

SAP ist weiter auf großer Einkaufstour. Für das US-Unternehmen Qualtrics legt Europas größter Softwarehersteller acht Milliarden Dollar (rund sieben Milliarden Euro) auf den Tisch. Dies teilte SAP am späten Sonntagabend in Walldorf mit. Mit der in Euro gerechnet teuersten Übernahme in der Geschichte des Unternehmens will sich SAP weiter stärken, um den schnell wachsenden US-Konkurrenten Salesforce in Schach zu halten und diesen in seinem Stammgeschäft weiter anzugreifen. Salesforce hatte sich erst vor Kurzem den Hersteller Mulesoft für rund 6,5 Milliarden Dollar gesichert.

SAP selbst hatte Anfang des Jahres den Salesforce-Konkurrenten Callidus für 2,4 Milliarden Dollar gekauft. Vorstandschef Bill McDermott hatte eigentlich angekündigt, vorerst nur kleinere Ergänzungskäufe anzupeilen. Jetzt hat der seit 2014 allein amtierende Unternehmenschef aber doch erneut größer zugeschlagen. In einer Telefonkonferenz mit Analysten am Morgen sprach der Amerikaner von einem weiteren »mutigen Schritt« für den wertvollsten Dax-Konzern.

Qualtrics zähle zu den weltweiten Pionieren im Software-Bereich Experience Management (XM), hieß es. Qualtrics sammelt Daten zu Kunden, Mitarbeitern, Produkten und Marken. Unter anderem sollen Webseitenbesucher so schneller wiedererkannt werden, um ihnen gezielt Produkte anbieten zu können.

Die zugekaufte Firma erwarte für das Gesamtjahr 2018 über 400 Millionen US-Dollar Umsatz (aktuell rund 350,5 Millionen Euro) und zukünftige Wachstumsraten von über 40 Prozent. Das Unternehmen aus dem US-Bundesstaat Utah wollte eigentlich bald selbst an die Börse gehen.

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