Informationssicherheit und Datenschutz im Fokus: Deutsche Qualitätsmaßstäbe für die Cloud

Die deutsche Unlust an Cloud-Angeboten ist überwunden. Dabei bleibt die hiesige Kundschaft heikel: Datenschutzbedenken und die Nachfrage nach kundenindividuellen Lösungen spielen deutschen Anbietern weiterhin in die Hände.

(Foto: Fotolia/Vulcanus)

Vor wenigen Wochen erst kündigte Microsoft das Aus für seine deutsche Treuhänder-Cloud an. Der Software-Riese hatte die »Microsoft Cloud Deutschland« eingeführt, um die besonderen Datenschutzanforderungen deutscher Kunden bedienen zu können. Aber die Deutschland-Cloud wurde weniger nachgefragt als gedacht und Microsoft setzt nun in Konsequenz wieder auf eine Cloud im Eigenbetrieb. »Unsere Kunden wünschen sich umfassendere Funktionalitäten und die Konnektivität mit unserer globalen Cloud-Infrastruktur, die die souveräne Microsoft Cloud Deutschland mit ihrer besonderen Isolierung nicht ermöglicht«, begründet Microsoft das Aus. Hinzu kommt, dass mit der Einführung der DSGVO im Mai auf eine EU-weite Harmonisierung des Datenschutzes umgestellt wurde – rein deutsche Lösungen könnten im gesamteuropäischen Kontext an Relevanz verlieren.

Auch Microsoft verpflichtet sich bezüglich seiner europäischen oder neuen deutschen Regionen zur Einhaltung der EU-Datenschutzgrundverordnung.
Axel Pols, Geschäftsführer von Bitkom Research, kommt angesichts der Ergebnisse einer aktuellen Umfrage zur Entwicklung der Cloud-Nachfrage in Deutschland zu der Erkenntnis: »Anbieter mit Sitz in der EU besitzen einen klaren Wettbewerbsvorteil.« Immerhin drei Viertel (76 Prozent) der im Rahmen der von Bitkom im Auftrag von KPMG durchgeführten Studie befragten 557 deutschen Unternehmen bestehen auf einen Cloud-Anbieter mit Hauptsitz in der EU.

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