60.000 Open-Source-Patente für das OIN: Microsoft wird zum Linux-Schutzpatron

Mit dem überraschenden Beitritt zum Open Invention Network öffnet Microsoft über 60.000 Patente für die Mitglieder und stärkt so Linux und der Open-Source-Community erheblich den Rücken.

Mit dem Beitritt zum OIN bekennt sich Microsoft deutlicher denn je zu Open Source
(Foto: duncanandison - Fotolia)

Nachdem Open-Source-Software für Microsoft Jahrzehnte lang das Feindbild schlechthin war, hat sich das Unternehmen in den letzten Jahren unter Satya Nadella dem Thema immer weiter geöffnet. Inzwischen gehört Microsoft mit Github nicht nur eine der wichtigsten Entwicklungsplattformen für quelloffene Software, auch bei einigen eigenen Produkten wie dem Cloud-Dienst Azure spielen Linux und Co sogar eine tragende Rolle. Jetzt geht der Softwaregigant sogar noch einen großen Schritt weiter, den trotz dieser neuen freundschaftlichen Bestrebungen wohl kaum jemand erwartet hätte. Wie Microsoft mitteilt, ist man dem Open Invention Network (OIN) beigetreten. Dessen Aufgabe ist es, Linux in all seinen Spielweisen, also beispielsweise auch Android, zu fördern.

Dass dies nicht nur ein bloßes Lippenbekenntnis ist, zeigt sich an einem der zentralen Punkte des OIN: dem Schutz der offenen Software vor Patentklagen. Hier öffnet Microsoft mehr als 60.000 Patente für die Mitglieder des Netzwerks. Die über 2.500 anderen Bündnispartner, zu denen unter anderem auch einige Schwergewichte wie Google und IBM zählen, dürfen die entsprechenden Technologien damit ab sofort kostenlos für ihre eigenen Entwicklungen nutzen. Darüber hinaus weitet die Mitgliedschaft im OIN auch Cross-Licensing-Vereinbarungen zu Linux-Technologien zwischen einzelnen Mitgliedern auf alle anderen aus.

Auch wenn Microsoft an anderen Stellen wie bei Windows weiterhin auf seine proprietären und durch zigtausende weitere Patente geschützten Systeme setzt, ist der Beitritt zum OIN doch ein weiteres sehr deutliches Zeichen im Sinne der laufenden geistigen Kehrtwende in Redmond.

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Kommentare (1) Alle Kommentare

Antwort von Michael B. , 11:43 Uhr

Da kann man mit Erstaunen feststellen, dass so manche Dinge wieder zu ihren Wurzeln zurück finden.

Ich kann mich noch an Zeiten erinnern, da hatte ich auf meiner Ablage eine mehrere Ordner füllende Dokumentation zu einem Produkt welches in unserem Einsatz war und sich "Microsoft Xenix " nannte. Die wenigsten werden sich daran noch erinnern. Es müsste ungefähr 1984 gewesen sein.