Wegbereiter der Streaming-Revolution: Zehn Jahre Spotify

Der Erfolg von Streaming-Diensten lässt den Musikmarkt nach jahrelanger Talfahrt wieder wachsen. Eine entscheidende Rolle spielte dabei Marktführer Spotify. Der Dienst, der vor zehn Jahren startete, musste viele Widerstände überwinden.

(Foto: Spotify)

Immer und überall genau das Lied hören, das man will? Früher war das unvorstellbar. Teenager verbrachten einst unzählige Stunden in Plattenläden, um neue Alben zu entdecken. Kam ein Lieblingssong im Radio, wurde er hektisch auf Kassette aufgenommen. Und die Stammkneipe wurde nicht selten nach der besten Jukebox ausgewählt. Doch dann kam das Internet, das die Musikindustrie komplett umkrempelte.

Erst konnte mit der Erfindung des MP3-Formats in den 90er Jahren alle jemals aufgenommene Musik im Internet landen - als Raubkopie an den einst mächtigen Plattenfirmen vorbei. Die Musiktauschbörse Napster wurde zum Symbol für die neue Ära. Als das Geschäftsmodell der Industrie sich in Luft aufzulösen schien, kam die Rettung durch Apple: Der iPod-Player und die iTunes-Downloads für 99 Cent pro Song überzeugten Verbraucher, wieder Geld für Musik zu bezahlen. Endlich war der legale Kauf so bequem wie zuvor nur die Raubkopie.

Der nächste Schritt war das Streaming, bei dem die Titel gar nicht erst auf dem Gerät gespeichert werden müssen, sondern direkt aus dem Netz abgespielt werden. Und der Erfolg dieses Modells ist untrennbar mit dem Namen Spotify verbunden. Das Start-up aus Schweden, das nach einem Deal mit den Musikkonzernen am 7. Oktober 2008 in mehreren europäischen Ländern online ging, war allerdings bei weitem nicht der erste Streamingdienst.