Freiheit für die Businessdaten: Offen für (fast) alle

Mit großen Worten haben die drei Softwareschwergewichte Adobe, Microsoft und SAP die Gründung ihrer »Open Data Initiative« gefeiert. Tatsächlich bleibt ihnen im globalen Rennen um Datenschätze jedoch nichts anderes übrig.

Die alten Softwareriesen müssen ihren Kunden gemeinsam einen neuen Datenschatz erschließen
(Foto: Rainer Fuhrmann - Fotolia)

Die arrivierten Riesen der Softwarebranche gelten gemeinhin nicht gerade als Freunde von allzu viel Offenheit. Jahrzehntelang war es ihr wichtigstes Anliegen, ihren Code und ihr Knowhow bestmöglich zu schützen und mit Zähnen und Klauen gegen Einflüsse von außen wie das »Krebsgeschwür« Open Source zu schützen, wie es Steve Ballmer einst formulierte. Bislang haben sie es auch mit ihren Datenschätzen und jenen ihrer Kunden so gehalten. Wenn nun also auf einmal ausgerechnet mit Adobe, Microsoft und SAP drei Vertreter par excellence dieser Haltung feierlich die Gründung einer »Open Data Initiative« bekannt geben und weitere Firmen zum Mitmachen einladen, mag das selbst angesichts der Öffnung von Microsoft hin zur Open-Source-Welt zunächst einmal überraschend klingen. Das gilt auch für Experten, denen sofort klar ist, dass sich diese neue Offenheit nicht auf den Einblick der Nutzer und anderer Dritter in die Datenschätze oder gar den Quellcode bezieht.

Die Idee dahinter ist vielmehr, die bisherigen Datensilos der einzelnen Anbieter und ihrer Anwendungen für ihre Kunden aufzubrechen und sie dadurch übergreifend nutzbar zu machen. Im Endeffekt geht es also darum, den insbesondere für Unternehmen immer wichtigeren Big-Data-Ansätzen eine noch größere Datenbasis als Grundlage zu verschaffen – also quasi ein »Bigger Data«. Insbesondere für Großkunden, die Systeme von zwei oder gar allen drei Anbietern nutzen, verspricht das tatsächlich einen echten Mehrwert. Sie können bei der Führung ihrer Geschäfte dann die Erkenntnisse aus bisher strikt getrennten Einzelsystemen mit KI-Lösungen automatisiert zusammenführen und sie dann gewinnbringend zur Optimierung ihrer Prozesse und Entscheidungen nutzen.

Überraschend ist dieser Schritt allerdings keineswegs. Vielmehr ist er dringend notwendig – nicht nur im Sinne der Kunden, sondern viel mehr noch für die Softwareriesen selbst. Nur so haben sie langfristig noch eine Chance mit neuen Anbietern wie Amazon, Google und auch Facebook mit ihren gigantischen Datenpools konkurrieren zu können.