Einbaumodule für andere Hersteller: Amazon will mit Alexa das Smart Home dominieren

Amazons sprechende Echo-Lautsprecher mit der Assistentin Alexa an Bord waren nur der erste Schritt. Jetzt wird eine Vision für ein Zuhause erkennbar, in dem Dutzende Alexa-Geräte miteinander vernetzt sind. Dazu gehört eine sprechende Mikrowelle, die Popcorn nachordert.

Alexa ist Anker für Amazons Strategie

Neben einer kleinen Alexa-Box fürs Auto bringt Amazon in den USA auch einen vernetzten Festplatten-Recorder heraus, der direkt Fernsehprogramme aufzeichnen und in verschiedenen Räumen verfügbar machen kann. Mit dem Gerät können gleichzeitig bis zu vier Sender empfangen und zwei Bildschirmgeräte angesteuert werden. Die Box empfängt terrestrisch ausgestrahlte Programme mit einer Antenne, nicht die in den USA oft üblichen Kabelkanäle. In den USA wird im Gegensatz zu Deutschland noch das analoge TV-Signal übermittelt, für Europa könnte Amazon das Gerät auf DVB-T hochrüsten.

»Sie wollen eindeutig das smarte Zuhause dominieren, das steht außer Frage«, sagte Branchenexpertin Carolina Milanesi von der Analysefirma Creative Strategies am Rande des Events in Seattle. Alexa könne dafür »der Anker« sein, eine Basis, auf der Amazon aufbauen könne. Zugleich sei ein Haushalt aber auch eine sehr komplexe und persönliche Sache, so dass die Wünsche einzelner Nutzer stark auseinandergehen könnten.

Zugleich entwickelt Amazon Alexa weiter. Sie solle mehr Persönlichkeit bekommen und werde künftig unter anderem stärker mit eigenen Ansichten versehen, kündigte der Chef des Gerätegeschäfts, Dave Limp, an. So sei ihr Lieblingsbier in den USA Pilsner - und in Deutschland Weißbier. Außerdem werde Alexa zum Beispiel in Amazons Echo-Lautsprechern zurückflüstern, wenn man sie flüsternd anspricht.

Um die Nutzung von Alexa natürlicher zu machen, wird die Software künftig eigenständig Informationen aus verbundenen Anwendungen anderer Firmen herausfischen. Fragt man zum Beispiel, wie man einen Fleck aus dem Hemd herauskriegt, könne Alexa entsprechende Informationen aus der App eines Waschmittel-Herstellers vorlesen, erläuterte Limp. Bisher musste man oft den Namen einer Anwendungen erwähnen, nach dem Muster, »Alexa, sage App X, dass sie dies oder das machen soll«.

Amazon hatte mit den 2014 gestarteten Echo-Geräten und Alexa die Kategorie smarter Lautsprecher mit digitalen Assistenten an Bord überhaupt erst etabliert. Inzwischen ist es ein hart umkämpfter Markt. So versucht Google, seinen Assistant in eigenen und fremden Lautsprechern in den Markt zu bringen. Und Apple brachte vor einigen Monaten den Lautsprecher HomePod mit seiner Assistentin Siri heraus.

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