New Relic expandiert in Europa: Performance-Management für Cloud-Software

Die Performance von SaaS-Anwendungen muss überwacht werden. New Relic verspricht durchgängige Einsichten in die Anwendungsperformance und die Infrastruktur.

Bruno Teuber, SVP EMEA Enterprise Sales bei New Relic
(Foto: New Relic)

New Relic ist ein Anagramm des Namens des Gründers Lew Cirne. Das Unternehmen wurde 2008 gegründet und hat seinen Hauptsitz in San Francisco. Cirne hatte zuvor Wily Technology gegründet, das eine der ersten Application-Performance-Management-Lösungen auf den Markt brachte. Bruno Teuber, SVP EMEA Enterprise Sales, hat bei New Relic die Aufgabe, die europäischen Organisationen aufzubauen. Er erzählt im Gespräch mit CRN, dass Cirne in den Zeiten des ersten iPhones erste Gehversuche mit APM der neuen Generation gemacht und sich bereits 2008 entschieden hat, das Ganze ausschließlich in der Cloud anzubieten. »Was anfangs ein großes Risiko war, ist inzwischen ein großer Vorteil für uns«, so Teuber.

»Unser Statement ist: ›We only just got started‹«, erzählt Teuber. New Relic komme aus der APM-Welt, habe aber in der Zwischenzeit viel dazu entwickelt und habe jetzt eine breite Palette von Produkten, die viel weiter gehen als reines APM. »Wir wollen allen möglichen Industrien dabei helfen, ihr digitales Geschäft möglichst sicher und möglichst schnell weiterzutreiben.«

Drei Bereiche stehen im strategischen Fokus: der erste ist Cloud-Adoption und -Migration. »Alles geht in die Cloud, vor allem wenn es um neue Produkte und Prozesse geht. Um diese richtig überwachen zu können, braucht es eine auch cloudbasierte Lösung. Neue Technologien wie Microservices und Container sind ansonsten gar nicht mehr abbildbar«, erklärt der Manager. Der zweite Bereich ist die massive Adaption von DevOps, also der Zusammenschluss von Entwicklung und Operations. Der dritte Bereich ist die User Experience. Teuber meint dazu: »Was in der Vergangenheit die Bankfiliale in der Bahnhofsstraße war, ist heute die Webseite oder die mobilen Apps einer Bank. Wenn die falsch gebaut oder fehlerhaft sind oder nicht genügend Performance bringen, dann ist am Ende das Image und das Geschäft negativ beeinträchtigt.«

APM sei noch immer wichtig für New Relic, aber wenn man den Umsatz betrachte, nehme die Bedeutung immer mehr ab. »Gefragt sind ganzheitliche Lösungen. Eine End-to-End-Visability ist entscheidend, um Fragen zu beantworten wie ›Wie viel Umsatz geht mir verloren aufgrund von Performance-Problemen der Website‹.« Im Geschäftsjahr 2018 hat New Relic 350 Millionen Dollar Umsatz gemacht und ist um über 30 Prozent gewachsen. »Im Fiskaljahr 2022, also im April 2021, werden wir die Milliarde erreichen«, so die zuversichtliche Prognose von Teuber. »Every Company is a Software Company, und mit jeder neuen digitalen Lösungen kommt neuer Bedarf hinzu. Wir wachsen zusammen mit dem digitalen Markt.«

»Wir haben eine direkte Vertriebsorganisation weltweit, aber auch Partner wie etwa Systemintegratoren und Partner, die im DevOps-Bereich unterwegs sind und mit ihren Erfahrungen große Kundenbeziehungen haben und unsere Produkte mit einbauen.« Das Unternehmen baut in Frankfurt ein Data Center, um Kunden mit großem Sicherheitsanspruch besser bedienen zu können. Zum Abschluss erzählt Teuber: »Einer unserer Kunden ist Ryanair. Declan Costello, Infrastructure & Operations Manager, sagte: We usted to be an airline with a website. Now we’re a website with an airline. Ryanair ist heute ein Online-Unternehmen, das Sitzplätze in Flugzeugen füllt.«