10. Acmeo-Partnerkonferenz in Fulda: »Trennt euch von schmutzig, schnell, günstig«

Keiner weiß so viel wie alle. Das Motto der Acmeo-Partnerkonferenz bescherte den 240 Systemhäusern einmal mehr tiefe Einblicke in das Cloud- und Managed Service-Geschäft. Der Markt ist reifer, das Selbstvertrauen von Cloud-Distributor Acmeo und seiner Partner größer geworden.

Soweit ist Meyer also mit seiner Acmeo bereits gekommen, dass der vergleichsweise noch kleine VAD keine faulen Kompromisse mit Security-Konzernen eingehen will
(Foto: Acmeo)

Jeder andere Chef eines VADs wäre für diesen Satz wegen akuter öffentlicher Geschäftsschädigung sofort gefeuert worden: »Wir haben ja keine Ahnung von Distribution«. Doch erstens wird sich Henning Meyer als geschäftsführender Geselleschafter von Acmeo keine Kündigung in eigener Sache ausstellen. Und zweitens gehört diese Koketterie freilich zum Markenkern seines Distributionsunternehmens - wie auch schon die »Pommes-Bude«, mit der er die elf Jahre junge Acmeo in der Frühphase einmal beschrieben hatte. Denn wie kein Zweiter in der Branche besitzt Meyer als einstiger Systemhaus-Chef und Mitbegründer der MR Systeme tiefes Prozessverständnis eines mittelständischen Systemhauses. Er kauft, nebenbei bemerkt, bisweilen auch in Schieflage geratene Systemhäuser auf.

Wichtiger indes ist: Meyers Expertise in Sachen Transformation vom Systemhaus zum IT-Dienstleister fußt auf einem klaren »MSP-Grundgesetz«. Produkte der Hersteller müssen unumstößliche Voraussetzungen mitbringen, damit sie Systemhäuser über Acmeo beziehen können. Dazu gehören unter anderem: Cloud-Bereitstellung ohne langfristige Vertragsbindung, Verträge in deutscher Sprache, offene Schnittstellen für Verzahnung zu anderen Systemen, Agieren auf Augenhöhe mit den rund 1.600 aktiven »Partnern« - nicht Kunden, wohlgemerkt.

Augenhöhe und ein Event, wo Systemhaus-Chefs für Systemhaus-Chefs und Techniker relevante Inhalte setzen und vortragen, ist seit nunmehr zehn Jahren der Grund, warum man zur Acmeo-Partnerkonferenz kommt. 240 Teilnehmer kamen kürzlich nach Fulda. Wenn man nur drei praxiserprobte Ratschläge aus den in fünf Slots parallel laufenden Vorträgen am Konferenztag beherzigt, ist schon viel gewonnen. Es wurden locker mehr als zehn vorgestellt.

Nicht dass der VAD alle selber konsequent befolgen würde. Servicequalität beispielsweise. Der Acmeo-Support konnte insbesondere im vergangenen Jahr nicht immer Schritt halten mit dem enormen Expansionstempo, das Meyer treibt. In kurzer Folge hatte Acmeo viele neue Hersteller ins Portfolio genommen. Zu viele, um einen qualitativ hohen Support gewährleisten zu können, auf den Systemhäuser doch angewiesen sind.

Die Richtung indes, Qualität statt Quantität, bestimmt die Kundenorientierung nach wie vor, auch wenn sie nicht immer in der von Partnern erwarteten Tiefe erbracht wird.

Daran arbeitet der VAD. Und wenn Meyer schon kokett sagt, keine Ahnung vom Distributionsgeschäft zu haben: Spätestens mit dem Einstieg von Udo Schilling (zuvor ADN) und Marcel Künzenbach (früher Nuvias) sind in Hannover erfahrene Distributionsprofis am Werk.

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